Brandstiftung legt Großküche lahm

500 Kinder betroffen

Offenbar war es ein dummer Jungenstreich: Ein Feuer nach Brandstiftung hat am Wochenende die Großküche des Jugenddorfes (CJD) in Kley vollständig lahmgelegt. Und 500 Kinder im Dortmunder Westen am Montag beinahe um ihr Mittagessen gebracht.

OESPEL/KLEY

von Von Beate Dönnewald

, 16.04.2012, 18:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Am Jugenddorf in Oespel hat eine Mülltonne gebrannt und einen Schaden von 100.000 Euro verursacht. Jetzt ist die Küche für Monate außer Betrieb gesetzt.

Am Jugenddorf in Oespel hat eine Mülltonne gebrannt und einen Schaden von 100.000 Euro verursacht. Jetzt ist die Küche für Monate außer Betrieb gesetzt.

Dort, wo sonst Armaturen und Töpfe um die Wette strahlen, hat sich eine schwarz-graue Schicht auf das komplette Inventar gelegt. Selbst draußen vor dem Gebäude und im angrenzenden Speisesaal riecht es nach verschmortem Kunststoff. „Frühestens in drei Monaten kann hier wieder gekocht werden“, schüttelt Ralf Roth, Leiter der Technischen Versorgung, resigniert den Kopf. Er hatte am Samstagmorgen von dem Desaster erfahren: Kurz nach Mitternacht brannte am Samstag zunächst eine Großmülltonne.Durch die enorme Hitzeeinwirkung zerbrach dann aber die Scheibe der Eingangstür, so dass der Rauch auch in die Küche und die angrenzenden Kühlräume vordringen konnte. Die alarmierte Feuerwehr verhinderte glücklicherweise eine weitere Ausbreitung des Brandes.

 Auf über 100 000 Euro schätzt CJD-Sprecherin Mechtild Ronge den Gesamtschaden. Doch der materielle Verlust ist längst nicht das einzige Problem. Vielmehr musste das Leitungsteam am Montagvormittag ganz schnell einen „Plan B“ entwickeln: Wo können ab sofort die rund 500 Essen für die eigenen Jugendlichen sowie für zwölf Kindergärten und Schulen zubereitet werden?: „Wir sind erst einmal auf die Küche in Marten ausgewichen“, berichtet sie. Weil auch sämtliche Lebensmittel, nämlich eine komplette Wochenlieferung, zerstört wurden, mussten die Köche und ihre Auszubildenden erstmal improvisieren: Statt Geflügelschnitzel mit Reis und Gemüse gab es für die Kinder Spaghetti und Tortellini. „Wir haben die Kindergärten und Schulen telefonisch benachrichtigt und sind überall auf großes Verständnis gestoßen“, so die CJD-Sprecherin.

 Wie die Polizei am Montag  auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, handelt es sich um vorsätzliche Brandstiftung. „Es waren aber keine Jugendlichen von uns. Eine Dienst habende Mitarbeiterin hatte fremde Personen auf dem Gelände bemerkt und auch den Brand gemeldet“, betont Mechtild Ronge. 

Schlagworte: