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Brinkmann-Roman vom Verlag abgelehnt

Vorwurf Islam-Verunglimpfung

BOCHUM Der Droste Verlag hat beschlossen, den Krimi „Wem Ehre gebührt“ nicht zu veröffentlichen, da darin „den Islam verunglimpfende und beleidigende Passagen“ vorkommen. Eine Entscheidung, die die Bochumer Autorin Gabriele Brinkmann nicht nachvollziehen kann.

von Von Ronny von Wangenheim

, 05.10.2009 / Lesedauer: 2 min
Brinkmann-Roman vom Verlag abgelehnt

Gabriele Brinkmann

Es ist vor allem ein Satz der Kriminalkommissarin Thea Zink, der den Verleger auch um die Sicherheit seiner Mitarbeiter und seiner Familie fürchten lässt. „Steckt euch euren Koran doch...“ sagt sie und wird  sofort von ihrem Assistenten unterbrochen. „In einen Roman darf eine fiktive Figur sagen, was sie will“, hält Gabriele Brinkmann die Reaktion für völlig überzogen. Als ein Teil des Duos Minck & Minck schreibt sie für den Droste Verlag erfolgreich an der Maggie Abendroth-Reihe. Für „Wem Ehre gebührt“, der das Thema Ehrenmord behandelt, sucht die Autorin, die  das Buch unter dem Pseudonym W.W. Domsky geschrieben hat, jetzt einen neuen Verlag.

Nachdem Gabriele Brinkmann ihre Kritik an der Verlagsentscheidung öffentlich geäußert hat, wird dieser jetzt von einer ganz anderen Seite als ursprünglich befürchtet mit Anrufen und E-Mails bombardiert. "Wir werden als Islamfreunde beschimpft", ordnet der Düsseldorfer Verleger Felix Droste die Anfeindungen der rechten Ecke zu. Er hat deshalb die Polizei eingeschaltet. Ob es unter diesen Umständen zu einer Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Gabriele Brinkmann kommt ist ungewiss. "Das Vertrauensverhältnis ist zerstört."  Ursprünglich waren sieben Folgen der Maggie Abendroth-Reihe geplant,  drei sind bislang erschienen.