Brock-Teilhaber soll Baupläne gestohlen haben

Verfahren beendet

Es war ein "Freikauf" von weiterer Strafverfolgung und strafrechtlich der Schlussstrich unter einen Fall, der sich bereits seit drei Jahren hinzieht: Gegen Zahlung von 2000 Euro wurde das Verfahren gegen einen 51-Jährigen eingestellt, der 2010 Konstruktionsunterlagen der Firma Brock gestohlen haben soll.

WITTEN

von Von Andreas Tietz

, 27.11.2013, 17:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, im Jahre 2010 einen Mitarbeiter der Wittener Firma Brock beauftragt zu haben, Konstruktionsunterlagen für eine Flughafen-Kehrmaschine zu stehlen. Der Angeklagte war zuvor als Teilhaber für Brock in Thailand tätig, um das Asiengeschäft des Unternehmens aufzubauen. Da dies nicht in gewünschter Weise gelang, ging man wieder getrennte Wege. Im Dezember 2010, dem Zeitpunkt des Datendiebstahls, hatte der Angeklagte bereits keinen Zugriff mehr auf interne Firmenunterlagen.

Brisanz gewann der Fall, als eine Berliner Firma eine Ausschreibung in Israel mit einer Maschine gewann, die der in den gestohlenen Konstruktionsunterlagen beschriebenen Maschine sehr ähnlich war. Der Angeklagte stand mit dieser Firma in Geschäftsbeziehungen. Da er als Kaufmann kaum selbst in der Lage gewesen war, die Maschine zu bauen, lag für die Anklage der Verdacht nahe, dass der 51-Jährige die Daten weitergereicht hatte. Der Inhaber der Berliner Firma hatte in einem parallelen Verfahren bereits einer Einstellung gegen Geldauflage zugestimmt.

Der Mitarbeiter, der die Konstruktionsunterlagen gestohlen hatte, war im Sommer 2011 vom Amtsgericht sogar zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden, die er derzeit noch verbüßt. Er hatte damals in seiner polizeilichen Vernehmung den 51-Manager als Auftraggeber genannt, diese Aussage jedoch widerrufen. Zahlt der Angeklagte die Geldauflage bis Ende Januar, wird das Verfahren gegen ihn endgültig eingestellt und der derzeit lediglich außer Vollzug gesetzte Haftbefehl aufgehoben. Andernfalls muss er mit einem neuen Haftbefehl rechnen – diesmal aber mit einem internationalen.

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