#Brückenlockdown: Wie User im Netz über den Vorschlag von CDU-Chef Armin Laschet spotten

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Unter dem Hashtag „Brückenlockdown“ erntet NRW-Ministerpräsident Laschet zahlreiche Reaktionen auf seinen Vorschlag, in einen noch schärferen Lockdown zu gehen.

von Jessica Orlowicz

, 06.04.2021, 07:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
NRW-Ministerpräsident Laschet hat sich für einen „Brückenlockdown“ ausgesprochen. Danach trendete der dazugehörige Hashtag auf Twitter. (Symbolbild)

NRW-Ministerpräsident Laschet hat sich für einen „Brückenlockdown“ ausgesprochen. Danach trendete der dazugehörige Hashtag auf Twitter. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat sich am Ostermontag angesichts der dritten Corona-Welle für das Vorziehen der Bund-Länder-Runde auf den 12. April ausgesprochen – und für einen harten und kurzen Lockdown im April. Er spricht von einem „Brückenlockdown“. Heißt: Mit einem weiteren Herunterfahren des öffentlichen Lebens soll die Zeit, in der noch nicht genügend Menschen gegen Covid-19 geimpft sind, überbrückt werden.

Die Reaktionen auf die Wortneuschöpfung ließen nicht lange auf sich warten. In den sozialen Medien kursieren zahlreiche Alternativen, darunter der „Endspurtlockdown“, der „Jubiläumslockdown“ und der „Letzter-vom-Allerletzten-Lockdown“. Derweil trendet auf Twitter der dazugehörige Hashtag: #Brückenlockdown besetzt seit Stunden den ersten Platz in den Trends. Grund ist bei vielen nicht die Maßnahme an sich, sondern der vom CDU-Chef geschaffene Neologismus: Kritiker werfen ihm vor, er verwende nur ein neues Schlagwort für ein altes Anliegen.

User interpretieren „Brückenlockdown“ als Sinneswandel

Hinzu kommt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch kurz vor Ostern Kritik am Vorgehen des Ministerpräsidenten geübt hatte. Bei „Anne Will“ hatte sie erklärt, dass einige Bundesländer sich nicht an die vereinbarte Corona-Notbremse ab einer Inzidenz von über 100 hielten.

Dabei war sie explizit auf Nordrhein-Westfalen zu sprechen gekommen. Die User interpretieren den „Brückenlockdown“ daher als Sinneswandel – und halten das neue Framing für einen Versuch zurückzurudern.

Kommentare mit Vorschlägen, welche Handlungen besser wären

Andere beziehen sich direkt auf die Maßnahme und fragen sich, wann nach Auffassung des Ministerpräsidenten genügend Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden sind. Sie verweisen auf die schleppende Impfkampagne in Deutschland. „Also dauert der Lockdown bei dem Tempo hierzulande nur noch sechs Monate?“, fragt ein User.

Und so tummeln sich in den Kommentaren in den sozialen Netzwerken zahlreiche Vorschläge, welche Handlungen jetzt besser wären. „Wie wäre es mal, die Impfungen voranzubringen?“, schreibt eine Facebook-Nutzerin. „Fangt an, die relevanten Gruppen wie Erzieherinnen und Lehrkräfte zu impfen. Nur so kann wieder Normalität einkehren.“ Wieder andere erklären, sie wüssten nicht, wie sie sich noch weiter einschränken sollen.

Wer keine ernsthafte Kritik übt, beteiligt sich humorvoll an den Diskussionen im Netz. Einige dichten Songs um, andere setzen auf die Strategie „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“.

Längst sind auch Politiker auf den virtuellen Zug aufgesprungen: So nutzte etwa die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel die Chance, um Kritik an der vorgeschlagenen Maßnahme zu üben und einen Appell à la „Gebt den Bürgern die Freiheit zurück!“ rauszuschicken – samt Verwendung des Hashtags „Brückenlockdown“.

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