Brutaler Überfall in Recklinghausen: Seniorin sagt aus

Landgericht Essen

Ein brutaler Raubüberfall auf eine 70-jährige Seniorin aus Recklinghausen lässt die alte Dame nach wie vor nicht los. Der Haupttäter der „Albtraum-Tat“ wurde bereits verurteilt. Seit Dienstag steht auch dessen mutmaßlicher Komplize vor Gericht, dem auch noch weitere Verbrechen vorgeworfen werden. Zu den Vorwürfen schweigt er.

ESSEN

18.07.2017, 16:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
Brutaler Überfall in Recklinghausen: Seniorin sagt aus

Der 50-jährige Haupttäter hatte vor seiner Verurteilung durch das Bochumer Landgericht am 3. April (siebeneinhalb Jahre Haft) den Überfall auf die Seniorin in Recklinghausen zugegeben und dabei auch den Namen des jetzt Angeklagten verraten. Der 36-jährige Mann aus Essen wurde daraufhin festgenommen und sitzt seitdem in U-Haft.

Zeugenaussage schneller als geplant

Zu dem Anklagevorwurf, die heute 71 Jahre alte Frau am 5. September 2016 zur Mittagszeit in ihrer Wohnung überwältigt, gefesselt unter einen Teppich gerollt und dann ausgeraubt zu haben, schwieg der Angeklagte. So kam es schneller als ursprünglich geplant dazu, dass die Seniorin sich erneut an die wohl schlimmsten Augenblicke ihres Lebens zurück erinnern musste. „Ich kann nicht mehr schlafen, gehe nirgends mehr alleine hin“, sagte die 71-Jährige den Richtern am Essener Landgericht. „Ich möchte, dass dieser Albtraum endlich zu Ende ist.“

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Im Vertrauen darauf, ihr Schwiegersohn bringe ihr Essen vorbei, hatte die Seniorin damals arglos die Tür geöffnet. Daraufhin war sie von einem der Täter sofort brutal ins Gesicht geschlagen, mit Klebeband gefesselt und am Ende im Keller zurück gelassen worden. Die Beute der Räuber, die der 71-Jährigen während des mehr als 30-minütigen Überfalldramas sogar einen Zahn ausgeschlagen hatten, bestand aus Bargeld, Schmuck, einer EC-Karte und einem Handy.

DNA-Spur an einem Kleiderschrank

Wie am Rande des Prozesses bekannt wurde, wird der 36-jährige Angeklagte nicht nur durch den Haupttäter, sondern auch durch gefundene Beutestücke und eine DNA-Spur an einem Kleiderschrank belastet. Darüber hinaus hat die Staatsanwaltschaft den 36-Jährigen auch wegen fünffachen „Homejackings“ (Kfz-Diebstahl mit Originalschlüsseln) angeklagt.

Reihenweise soll der Mann mit unbekannten Mittätern in Häuser im Großraum Essen eingebrochen sein und dort erst Kfz-Schlüssel und später die dazugehörigen Luxus-Autos im Gesamtwert von fast einer halben Million Euro gestohlen und ins Ausland verschoben haben. Auch zu diesen Vorwürfen wollte der 36-Jährige sich zum Prozessauftakt nicht äußern. 

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