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Bündnis für Leithe kritisiert Verhältnisse im Übergangswohnheim

Sozialamt wiegelt ab

Seit Anfang Dezember dient die ehemalige Hollandschule in Leithe als Übergangswohnheim für Flüchtlinge – 24 Menschen. Das Bündnis für Leithe hat sich vor Ort umgesehen, hat jedesmal Geschenke mitgebracht. Doch das reiche nicht.

BOCHUM

von Von Miriam Instenberg

, 24.02.2013 / Lesedauer: 2 min
Bündnis für Leithe kritisiert Verhältnisse im Übergangswohnheim

DIe ehemalige Hollandschule in Leithe dient als Übergangswohnheim für Flüchtlinge.

„Es gab in der Hollandschule Kochgelegenheiten, aber kein Kochgeschirr. Es gab Betten, aber keine Bettwäsche“, beschreibt der Pressesprecher des Bündnisses für Leithe, Holger Bleul, die Wohnsituation der Flüchtlinge. Vor allem Frauen und Kinder aus dem ehemaligen Jugoslawien. „Die Leute sind dort mehr als spärlich untergebracht.“ Mit fünf LKW-Ladungen haben Vertreter des Bündnisses für Leithe inzwischen Sachspenden zur Hollandschule transportiert. Pfannen, Töpfe, Schuhe, Kleidung und Spielzeug für die Kinder gehörten dazu. Dass die Stadt nicht dafür sorgen könne, dass jeder genügend warme Winterkleidung hat, sei völlig verständlich. „Aber die Grundausstattung sollte schon da sein“, so Bleul.

Dem stimmt Ute Bogucky, stellvertretende Amtsleiterin beim Sozialamt der Stadt Bochum, absolut zu. „Die Stadt hat für die Grundausstattung des Flüchtlingsheims gesorgt, auch Teller und Töpfe wurden den Familien zur Verfügung gestellt“, bekräftigt Bogucky. Dass das Bündnis für Leithe andere Beobachtungen gemacht hat, kann sie sich nicht erklären. „Das einzige, was ich mir vorstellen kann, ist, dass etwas kaputt gegangen ist und man sich nicht getraut hat, den Sozialarbeitern davon zu erzählen“, so die stellvertretende Amtsleiterin.

Genau hier könnte aber laut Holger Bleul ein weiterer Problempunkt liegen: in der Kommunikation. Mehrmals habe das Bündnis für Leithe bei der Stadt darum gebeten, einen Dolmetscher abzubestellen. „Weder wir noch die Sozialarbeiter verstehen die Menschen, die dort leben. Sie können sich schlecht verständlich machen, schlecht sagen, was ihnen fehlt“, sagt Bleul. Auch dieser Darstellung widerspricht Ute Bogucky: „Es findet eine Verständigung mit den Sozialarbeitern statt, ein Dolmetscher wird nicht gebraucht.“ Für Holger Bleul und das Bündnis für Leithe steht fest, dass man sich auch weiterhin für die Flüchtlinge in der ehemaligen Hollandschule stark machen wird. „Von der Stadt wünschen wir uns, das ein bisschen mehr anzuschieben und Bedürfnisse wirklich zu klären“, so Bleul.