Bürger kämpfen im Internet um den Erhalt von Eving

Diskussion um Stadtbezirke

Der Protest gegen das Ende von Eving als eigener Stadtbezirk sucht sich neue Kanäle. "Wir wollen Eving" lautet die Botschaft einer neuen Gruppe im sozialen Netzwerk "Facebook". Dahinter stehen Menschen aus dem Stadtteil – und ein solidarischer Wuppertaler.

EVING

von Von Felix Guth

, 09.08.2011, 15:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Internetauftritt von "Wir wollen Eving" auf Facebook.

Der Internetauftritt von "Wir wollen Eving" auf Facebook.

Das Internet macht‘s möglich. Weil Udo Peters, professioneller Werbefilmer aus dem Bergischen Land, sein Herz für den Stadtteil im Dortmunder Norden entdeckt hat, ist der Protest jetzt multimedial. "Das ist eine Riesensauerei, was da über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden wird", sagt Peters, der über seine Partnerin, Stadtteil-Bibliotheksleiterin Edda Benthaus, auf die Problematik aufmerksam wurde.

Er blickte auf leer stehende Geschäftszeilen und Gebäude in Wuppertal – und befürchtet Gleiches für Eving. Er merkte, dass die geplante Zusammenlegung von Eving mit der Nordstadt und Mengede, Reibung bei den Menschen erzeugt. Und hält mit der Kamera drauf."Filmen ist Emotion", sagt Peters. Emotion, die sich nun über "Facebook", "Youtube" und andere Kanäle ihren Weg an die Öffentlichkeit bahnt. Schon bei der Demonstration vor der Bezirksverwaltungsstelle Anfang Juli war Peters auf Stimmenfang gegangen, hatte eine Reportage gedreht. Nun der Nachschlag in dem Netzwerk, das weltweit Milliarden von Menschen erreicht. "Wir wollen Eving", rufen etliche Bürger jeden Alters in Udo Peters’ Kamera. Ein Aufschrei, sichtbar und hörbar im weltweiten Netz.

Schon knapp 150 Personen haben sich dem „Facebook“-Aufruf angeschlossen – innerhalb von zwei Tagen. Die Seite www.wir-wollen-eving.de ist freigeschaltet, soll in den nächsten Tagen mit Inhalten gefüllt werden. "Es läuft jetzt erst an und wird weitergehen", sagt Peters. Und lädt alle ein, denen das Thema wichtig ist. „Auch von CDU und FDP, die ja für die Schließung sind“, meint der Mann aus Wuppertal. Nach den Sommerferien soll dann der „reale“ Protest im Stadtteil weitergehen. Viel Zeit ist nicht mehr. Schon im November fällt die Entscheidung über die neue Stadtbezirksstruktur.

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