Bürger schmettern Funkmast-Bau ab

Bezirksvertretung

Mitte Februar haben sich rund 180 Bürger bei einer Info-Veranstaltung gegen einen neuen Funkmasten an der Straße Igeldiek ausgesprochen. Die Bezirksvertretung hat am Dienstag dazu einen Beschluss gefasst - und den Bau des Mastes abgelehnt. Die Meinung der Stadtverwaltung dazu ist ebenfalls eindeutig.

BITTERMARK

, 09.03.2016, 17:05 Uhr / Lesedauer: 1 min

Rund 30 Zuschauer (und das sind außergewöhnlich viele) besuchten die Sitzung in der Bezirksverwaltungsstelle. Einige von ihnen waren Schönauer Anwohner, die sich über viele Falschparker bei BVB-Spielen ärgern - die meisten aber waren wegen der Entscheidung über den Funkmasten gekommen. 

Der Tagesordnungspunkt 11.1 wurde schon deutlich vorgezogen, dennoch dauerte es fast zwei Stunden, bis über den geplanten 25 Meter hohen Funkmasten am Igeldiek abgestimmt wurde. "Unser Herz hängt nicht an diesem Bauvorhaben", sagte Markus Demtröder von der SPD.

Eine Enthaltung

Wie vorher angekündigt, enthielt sich Hasan Ilgün von der Partei Die Linke, weil er befürchtet, in einigen Jahren könnten die Anwohner doch schnelles mobiles Internet fordern. Alle anderen stimmten gegen den Funkmasten, den die Telekom bauen will: großer Applaus im Sitzungssaal der Verwaltungsstelle.

Damit ist das Vorhaben vom Tisch. Auch die Verwaltung wird keinen neuen Anlauf dafür unternehmen, erklärte Planungsdezernent Ludger Wilde nach der Sitzung auf Anfrage. Möglich ist höchstens noch eine Klage seitens der Telekom.

Kein Mitspracherecht

Die Bezirksvertretung hat nur deshalb die Entscheidungsgewalt, weil für die Baugenehmigung der Bebauungsplan für das Gelände geändert werden müsste. An anderen Stellen im Stadtgebiet hat die Politik gar kein Mitspracherecht, wenn es um die Genehmigung von Mobilfunk-Masten geht.