Bürgerinitiative kämpft für Landschaftsschutzgebiet

Werner Feld

Mehr als 450 Menschen aus Bochum-Werne und Dortmund-Lütgendortmund folgten am Mittwoch einer Einladung der Bürgerinitiative „proFeld“ in das Werner Erich-Brühmann-Haus, um sich über die Pläne zu informieren, das Gelände des ehemaligen Opelwerkes II an die Autobahn A40 anzubinden.

LÜTGENDORTMUND

, 22.09.2016 / Lesedauer: 3 min
Bürgerinitiative kämpft für Landschaftsschutzgebiet

Über 450 Interessierte folgten der Einladung zur ersten Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative "proFeld" ins Erich-Brühmann-Haus.

Das „Werner Feld“ – ein Grünstreifen an der Stadtgrenze zwischen Lütgendortmund und Bochum-Werne: Naherholungsgebiet für Spaziergänger, Frischluftschneise und Landschaftsschutzgebiet. Eine Oase der Ruhe. Die Überlegung, eine 1,1 Kilometer lange Straße durch das Feld zu bauen, sorgte am Mittwochabend für ein Ende der Beschaulichkeit.  

Der Hintergrund: Südlich des Werner Feldes betreibt Opel weiterhin ein Warenverteilzentrum (WVZ) auf der Werksfläche III und plant ein weiteres auf der Fläche II. Südlich des bestehenden WVZ entsteht derzeit ein Baumarkt. Welche weiteren Gewerbe sich auf den großen Flächen ansiedeln, ist derzeit noch offen und hängt auch davon ab, ob Opel seinen Betrieb auf der Fläche des ehemaligen Werks II konzentriert. Eine Entscheidung darüber soll frühestens 2022 fallen. 

Keine Informationen über Verkehrsentwicklung

Um die zu erwartenden Verkehrsströme zu bewältigen, projizieren die Bochumer Stadtplaner unterschiedliche Varianten zur Anbindung an das Fernstraßennetz. „Alles, was über die zu erwartenden Verkehre durch Opel und den Baumarkt hinausgeht, wissen wir derzeit nicht“, erklärte Kai Müller vom Stadtplanungsamt Bochum.

Die Projektion basiert deshalb auf Durchschnittswerten. Inklusive einer Fläche südlich der Somborner Straße seien die zu erwartenden Verkehre im heutigen Straßenraum abwickelbar. Problempunkte, vor allem im abendlichen Berufsverkehr, seien allerdings die Kreuzung an der B235 zwischen den Werksflächen und die Kreuzung Provinzialstraße/Werner Hellweg.

Anbindung der Entwicklungsfläche auf Dortmunder Gebiet

Die Nordvariante würde durch das Werner Feld mit einer Brücke über den Hellweg Opel III direkt an die A40 anbinden – inklusive einer Wohnbebauung östlich und Gewerbe westlich der neuen Trasse. Die Anbindung würde über eine Entwicklungsfläche zwischen Hellweg und Autobahn auf Dortmunder Stadtgebiet führen. Die Bürgerinitiative lehnt die Aufgabe des Landschaftsschutzgebietes vehement ab.

In acht Punkten kritisiert sie unter anderem ein fehlendes Gesamtkonzept, unzureichende Verkehrsprognosen und die ausbleibende Sanierung der B235. Vor allem aber moniert sie „den unumkehrbaren Verlust von Landschaft und Boden“, betonte Dr. Beate Scheffler.

Furcht vor gravierender Belastung der Natur

Die Anwohner befürchten klimatische Auswirkungen durch die Aufgabe einer Frischluftschneise und Überschwemmungen im tiefer gelegenen Werne durch die Versiegelung. Schon 2008 hätte ein Umweltgutachten dokumentiert, dass ein Gewerbegebiet im Werner Feld eine „besonders gravierende Belastung für Mensch und Umwelt“ bedeute.

Zwei weitere Varianten projizieren die Bochumer Stadtplaner zur Anbindung der Opelflächen an den Fernverkehr. Die West-Variante würde über die Anschlussstelle Werne auf die A40 oder alternativ über Bochum Laer auf die A43 führen. Die Ost-Variante ginge über die Raststätte Berverbach auf die A40 Fahrtrichtung Dortmund. Die Bezirksvertretung Bochum-Ost hat sich wegen des Eingriffs in die Natur eindeutig gegen die Nordvariante durch das Werner Feld ausgesprochen.