Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Büschelweise Haare in der Bürste

Haarausfall

Haarausfall – davon sind nicht nur Männer, sondern auch Frauen betroffen. Der Verlust von bis zu 100 Haaren am Tag ist völlig normal. Doch was, wenn die Haare plötzlich vermehrt ausfallen? Prof. Steinkraus vom Dermatologikum Hamburg beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

07.09.2015 / Lesedauer: 3 min
Büschelweise Haare in der Bürste

Haarausfall ist häufig hormonell bedingt.

Welche Form von Haarausfall tritt am häufigsten auf? Die häufigste Form von Haarausfall ist die hormonell-anlagebedingte. Bei Betroffenen mit entsprechender genetischer Veranlagung verkürzt sich die Wachstumsphase unter dem Einfluss männlicher Hormone stetig. Deshalb spricht man auch von einer androgenetischen Alopezie. Das Haar wird immer weicher und dünner, weil der Haarfollikel, also die Strukturen, die das Haar in der Haut verankern, schrumpft.

Ist diese genetische Disposition auch Grund dafür, dass Männer meist schon sehr früh das Kopfhaar verlieren? Etwa 75 Prozent der Männer sind von einer Glatzenbildung betroffen. 2005 wurde eine Genvariation entdeckt, die das Risiko einer Glatze erhöht. 2008 wurde ein weiterer Risikofaktor entdeckt. Einer von sieben Männern trägt beide genetischen Risikofaktoren und hat dann ein etwa siebenfach erhöhtes Risiko, eine Glatze zu bekommen.

Welche Ursache hat Haarausfall bei Frauen? Bei Frauen werden ebenfalls männliche Hormone gebildet, wenn auch weniger als beim Mann. Stimmt die Balance zwischen männlichen und weiblichen Hormonen nicht, können auch Frauen die Haare ausfallen. Besonders betroffen sind die Regionen am Haarscheitel. Man unterscheidet daher bei hormonell bedingtem Haarausfall den männlichen und weiblichen Typ.

Was kann man gegen den Haarverlust tun? Haarausfall, der durch männliche Hormone verursacht wird, kann mit Tabletten behandelt werden, die die Umwandlung von Testosteron in das besonders am Haarfollikel aktive Dihydrotestosteron (DHT), ein Abbauprodukt des Testosterons, verhindern. Dadurch kann der Haarausfall nach einigen Monaten gestoppt werden, und die Haare wachsen in gewissem Umfang sogar wieder nach. Ein weiterer Wirkstoff ist Minoxidil. Als Lösung auf die Kopfhaut aufgetragen wirkt dieser die Blutgefäße erweiternde Wirkstoff auch bei anderen Formen von Haarausfall.

Welche Rolle spielt die Psyche bei Haarausfall? Besteht über einen langen Zeitraum eine starke psychische Belastung, etwa Stress im Beruf oder im Privatleben, dann kann es zu Haarausfall kommen. Dabei spielen vermehrt oder verändert gebildete Botenstoffe eine Rolle. Psychisch bedingter Haarausfall ist meist diffus und zeigt nicht das typische Muster der androgenetischen Alopezie.

Welche Auswirkungen hat eine falsche Ernährung auf den Haarwuchs? Bei einer Mangelernährung kommt es zu einem Lichterwerden des Haares. Vor allem bei jüngeren Frauen ist häufig Eisenmangel die Ursache. Neben Eisen sind die Spurenelemente Biotin und Zink wichtig für gesundes Haarwachstum. Mit einer ausgewogenen Ernährung wird beides ausreichend zugeführt. Zinkreiche Lebensmittel sind Rindfleisch, Eier und Käse. Wahre Biotinspender sind Fisch, Spinat sowie Bananen und Tomaten.