Buhs für deutschen Film "Zwischen Welten"

Berlinale-Wettbewerb

Halbzeit auf der Berlinale – und noch kein Bärenfavorit in Sicht. Im vierten und letzten deutschen Wettbewerbsbeitrag „Zwischen Welten“ greift Regisseurin Feo Aladag zwar ein brisantes Thema auf. Aber preisverdächtig ist ihre Geschichte über Bundeswehrsoldaten in Afghanistan nicht.

von Patrick Wildermann

, 11.02.2014 / Lesedauer: 2 min
Buhs für deutschen Film "Zwischen Welten"

"Zwischen Welten" ist eine Geschichte über Bundeswehrsoldaten in Afghanistan.

Was auch immer am Hindukusch verteidigt wird - für die Bundeswehrsoldaten, die dort im ISAF-Einsatz sind, birgt jeder Tag ein Risiko auf Leben und Tod. Davon erzählt die Regisseurin Feo Aladag in ihrem Wettbewerbsbeitrag „Zwischen Welten“, der an Originalschauplätzen in Afghanistan entstanden ist. Der großartige Ronald Zehrfeld spielt den Soldaten Jesper, der mit seiner Truppe ein Dorf vor dem Einfluss der Taliban schützen soll. Ihnen wird der junge Dolmetscher Tarik zur Seite gestellt (stark: Newcomer Mohsin Ahmady), der bald zwischen die Fronten gerät. Weil er mit den Deutschen zusammenarbeitet, muss er um sein Leben und das seiner Schwester fürchten. Klingt nach einer packenden, politischen, konfliktgeladenen Geschichte. Entwickelt sich nur leider zur schematischen Story, die möglichst jeden während der Recherche aufgetauchten Aspekt abzuhandeln versucht. Dafür gab’s - die Berlinale ist eben auch ein gefürchtetes Pflaster für Filmemacher - ein paar Buhs nach der Pressevorführung.

Schwer zu sagen also, ob die zahlenstark vertretenen Deutschen bei der Bärenvergabe bedacht werden. Im Wettbewerb sind ja auch deutsche Schauspieler in ausländischen Filmen vertreten. Die Kinobranche wird eben immer internationaler. Bruno Ganz spielt einen serbischen Gangster im blutigen norwegischen Rache-Krimi „Kraftidioten“, Clemens Schick einen Biker im portugiesischen Beitrag „Praia do Futuro“. Auslandseinsätze der ungefährlichen Art.  Der Trailer bei YouTube: