Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

"Bullyparade - Der Film" bietet sympathischen Quatsch

Ab Donnerstag im Kino

1997 nahm eine Erfolgsgeschichte ihren Anfang, die ihresgleichen sucht. Die Herren Michael Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian präsentierten erstmals eine Comedy-Show namens „Bullyparade“, betitelt nach Herbigs Spitznamen. Zum 20-Jährigen hat das Trio die beliebtesten Charaktere noch einmal reanimiert.

NRW

, 14.08.2017 / Lesedauer: 3 min
"Bullyparade - Der Film" bietet sympathischen Quatsch

Nicht jeder Gag kommt mit dem Holzhammer daher – dieser aber schon: Michael „Bully“ Herbig als Winnetou.

Die deutschen Fernsehzuschauer taten sich vor zwei Jahrzehnten zunächst ein wenig schwer mit den Sketchen, die Film- und Fernsehikonen wie „Winnetou“, „Star Trek“ oder Kaiserin Sissi liebevoll verballhornten.

Im Jahre 2001 nahm die Westernparodie „Der Schuh des Manitu“ die heimischen Lichtspielhäuser fest in ihren Besitz, mit der sich die Bully-Crew in Spielfilmlänge vor „Winnetou“ verbeugte und gleichzeitig die Verachtung der Film-Indianer Pierre Brice und Gojko Mitic auf sich zog.  

"Bullyparade" als Zeitreise in 100 Minuten

Fast zwölf Millionen Zuschauer fanden den Gag-Reigen zum Wiehern. Drei Jahre später folgte der kaum minder erfolgreiche Weltraum-Ausflug „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“, während der Animationsfilm „Lissi und der wilde Kaiser“ (2007) deutlich weniger Anklang fand.

Die drei Helden der „Bullyparade“ hatten da schon längst getrennte Wege beschritten. Nun haben sich Herbig, Tramitz und Kavanian aber wieder zusammengerauft, um in 100 Minuten eine Zeitreise in die Vergangenheit (nicht nur im übertragenen Sinne) zu unternehmen. Und ein paar Neulinge kommen auch zum Zug.

Sympathischer Quatsch mit Bully Herbig

Die nicht miteinander verwobenen Episoden erzählen zum Beispiel von zwei Brüdern, die Herrn Schabowski via Zeitsprung daran hindern wollen, die legendären Worte „Das trifft nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich“ zu stammeln. Winnetou, der jetzt wirklich so heißen darf, ist auf Freiersfüßen. 

Tarantinos „Django“ lässt grüßen, wenn der Fiesling Dr. Schmitz die erotischen Pläne zu durchkreuzen gedenkt. Kaiser Franz nebst Gattin Sissi erleben ebenso neue Abenteuer wie Captain Kork, Mr. Spuck und Kumpanen. Die Episode „Lutz of Wallstreet“ schließlich erweist Altmeister Scorsese zweifelhafte Ehre.

Natürlich wäre es ein Leichtes, ein Werk wie „Bullyparade – Der Film“ mit den Zangen des Feuilletons auseinanderzunehmen. Denn diese Geschichten sind purer Quatsch. Den aber beherrscht die sympathische Dreierbande aus dem Effeff. Und es macht Spaß, dabei zuzusehen.

Bullys Gefühl für das richtige Timing

Zumal Herbigs Gefühl für das richtige Timing immer noch intakt ist und hochwertige Kulissen und moderne Tricktechnik eine erstaunliche Annäherung an die parodierten Originale erlauben.

Michael Herbig möchte sich übrigens als Künstler fortan dem Ernst des Lebens widmen. Das war es also seiner komischen Schaffensphase. Etliche Zitate wie „Aussehen ist nicht so wichtig, Humor muss man haben“ aus der „Parade“ und ihren Ablegern werden im Allgemeingut verankert bleiben.