Bundesprogramm fördert Bochumer Projekte

Kampf gegen Extremismus

Mit zwei in den kommenden vier Jahren geförderten Projekten soll das Demokratieverständnis der Jugend verbessert werden. Während sich ein vom Kommunalen Integrationszentrum und dem Kinder- und Jugendring betreutes Projekt gegen Rassismus wendet, steht bei der IFAK religiöser Extremismus im Mittelpunkt.

BOCHUM

, 30.05.2015, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Demokratie leben“, heißt ein neues Programm der Bundesregierung gegen Rechtsextremismus und gewaltbereiter Islamismus. Unter dem Zusatztitel „Farbe bekennen„ werden in Bochum in den kommenden vier Jahren Initiativen und Vereine gefördert, die sich der Förderung von Demokratie und Vielfalt widmen.

Beim Kinder- und Jugendring setzt man dabei den Schwerpunkt vor allem beim interkulturellen und -religiösen Dialog. „Ein Schwerpunkt ist die Erinnerungskultur und Stolpersteinrecherche“, sagt Rolf Geers vom Kinder- und Jugendring.

Aber auch für die Flüchtlingsarbeit und den Ausbau des Abraham-Pokals, mit dem sich Schulen zu mehr Toleranz verpflichten, sollen die Fördergelder eingesetzt werden. Um möglichst effektiv zu arbeiten und das Programm bekannt zu machen, setzen das Integrationsbüro und der Kinder- und Jugendring auch auf die Mithilfe lokaler Institutionen.

Jugendexperten

So wird der Fußballverein Wattenscheid 09 für die Dauer von fünf Jahren ein Banner im Stadion platzieren und auch die Bogestra wird sich an der Werbung für das Projekt beteiligen.

Auch der Verein IFAK, bei dem bereits das Projekt „Wegweiser“ gegen Salafismus angegliedert ist, erhält zusätzliche Mittel. Mit einer jährlichen Förderung 65.000 Euro ausgestattet, will der Verein 20 sogenannte Coaches ausbilden, die dann wiederum 200 Jugendliche zu Jugendexperten weiterschulen. Diese 200 Jugendlichen sollen dann in ihren sozialen Umfeldern gezielt für Demokratie werben und so potentiellen Radikalisierungstendenzen entgegenwirken.

„Wenn das Projekt erfolgreich ist, wollen wir es auch anderen Kommunen anbieten“, erklärt IFAK-Geschäftsführerin Friederike Müller. Offiziell „eingeweiht“ wurde das Bochumer Projekt am gestrigen Freitag mit einem Fest im neuen Begegnungszentrum Q1 im Westend.