Bundesregierung erwägt digitale Registrierung von Reiserückkehrern aus Risikogebieten

Testpflicht

Bislang müssen Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten in einem aufwendigen Prozedere händische Angaben zur Identität, Reiseroute und zu Kontaktdaten machen. Das könnte sich bald ändern.

Berlin

22.08.2020, 14:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Reiserückkehrer, vorwiegend aus Spanien, stehen mit Mundschutz vor dem Corona-Testzentrum am Flughafen Stuttgart.

Reiserückkehrer, vorwiegend aus Spanien, stehen mit Mundschutz vor dem Corona-Testzentrum am Flughafen Stuttgart. © picture alliance/dpa

Die Bundesregierung will Reiserückkehrern aus Corona-Risikogebieten offenbar eine digitale Registrierung ermöglichen. Laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins “Business Insider” plant das Bundesinnenministerium, das IT-Unternehmen Accenture damit zu beauftragen, ein Webportal einzurichten, auf dem sich solche Urlauber bereits vor ihrer Rückreise eintragen können.

Unleserliche Angaben: Formulare händisch ausgefüllt

Bislang läuft das Prozedere rein analog und händisch ab. So müssen Einreisende aus einem Risikogebiet eine sogenannte “Aussteigekarte” ausfüllen und Angaben zur Identität, der Reiseroute, zu Kontaktdaten und dem eigenen Gesundheitszustand machen.

In der Folge sammelt die jeweilige Flug- oder Busgesellschaft die Formulare ein und gibt sie an die für die Einreise zuständigen Gesundheitsämter weiter. Die wiederum verteilen die Dokumente dann an die Gesundheitsämter am Wohnort der Betroffenen.

Weil die Formulare händisch ausgefüllt werden, kommt es häufig zu unleserlichen Angaben. Das hatte in Bayern zu einer Panne geführt. Zwischenzeitlich konnten mehr als 40.000 Testergebnisse nicht zugeordnet werden.

Vergabe ohne Ausschreibung?

Wie “Business Insider” weiter berichtet, sei die Vergabe an Accenture ohne Ausschreibung erfolgt. Das gehe aus einer internen Mail des Unternehmens hervor. Die IT-Firma war auch in die Berateraffäre im Verteidigungsministerium verwickelt. Dort kam es jahrelang immer wieder zu einer rechtswidrigen Vergabepraxis ohne Ausschreibungen.

Das Bundesinnenministerium hat dem Bericht zufolge den Auftrag an Accenture dagegen nicht bestätigt. Demnach werde noch geprüft, ob “ein Auftrag im Rahmen bestehender Rahmenverträge erfolgen kann oder ob eine sogenannte Dringlichkeitsvergabe notwendig wird”, zitiert das Magazin einen Sprecher.

RND/cz