Bundesregierung prüft Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland

Coronavirus

Urlaubsreisen ins Ausland könnten vorübergehend unterbunden werden. Die Bundesregierung prüft dies derzeit. Zuletzt hatte das Aufheben der Reisewarnung für Mallorca für Kritik gesorgt.

Berlin

24.03.2021, 15:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Urlaubsreisen ins Ausland könnten vorübergehend unterbunden werden.

Urlaubsreisen ins Ausland könnten vorübergehend unterbunden werden. © picture alliance/dpa

Die Bundesregierung prüft, ob Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland wegen der Corona-Pandemie vorübergehend unterbunden werden können. Es gebe einen entsprechenden Prüfauftrag, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin.

Hintergrund ist der vorübergehende Buchungsboom für Mallorca nach der Streichung der Lieblingsinsel der Deutschen von der Liste der Corona-Risikogebiete am 14. März. Damit wurde auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts aufgehoben.

Der Schritt erfolgte, weil die Zahl der Neuinfektionen dort unter 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gesunken war. Damit ist der Urlaub auf Mallorca wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich. Beim Bund-Länder-Treffen am Montag wurde allerdings entschieden, dass künftig für alle Flugpassagiere, die nach Deutschland einreisen, eine Testpflicht eingeführt werden soll.

Mallorca-Reisen hatten für Kritik gesorgt

Der Prüfauftrag geht nun darüber hinaus. Details der Prüfung nannte Demmer nicht. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte aber, dass eine weltweite Reisewarnung wie zu Beginn der Pandemie im vergangenen Frühjahr bisher nicht geplant sei.

Die Entscheidung, die Reisewarnung für Mallorca aufzuheben, hatte für harsche Kritik gesorgt. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) etwa sprach vom „schlimmsten Fehler“ der vergangenen Wochen. Auch bei Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) stieß die Entscheidung auf Unverständnis. Von Hoteliers und Bürgern sei man deshalb gleichermaßen „verdroschen“ worden, sagte er.

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