Burgfreunde räumen nach Streik auf

Burgruine Hardenstein

„Wir machen das auch nicht gerne,“ meint der zweite Vorsitzende des Burgfreunde-Vereins Jürgen Purbst. Aber nach der Zeit des Streiks musste jetzt doch dringend wieder etwas getan werden. Während der Sommerferien blieb mal alles liegen. Die Burgfreunde waren es einfach Leid, den Dreck anderer Leute wegzuräumen.

HERBEDE

von Karlheinz Streitbürger

, 01.09.2013, 11:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ruinen-Aufräumteam" (v.l. mit) Gisa Grote, Jürgen Purbst, Frauke, Fritz und Beate Bieber.

Ruinen-Aufräumteam" (v.l. mit) Gisa Grote, Jürgen Purbst, Frauke, Fritz und Beate Bieber.

  „Dazu kommt noch die Kletterei auf dem Gemäuer,“ mahnt Probst auch hier die Aufsichtspflicht der Stadt an. „Da turnt dann selbst ein übermütiger Vater vor seinen Kindern bis auf die Spitze des Südwestturms herum.“. Das bedeutet nicht nur Gefahr für Leib und Leben, sondern es brechen auch immer wieder Mauerstücke heraus. Neue Warnschilder sollen bald kommen, aber  am Problem ändert sich meistens wenig.  Auch die unerlaubten Lagerfeuer brennen lustig weiter. Schwarz verkohlte Holzbalken liegen überall herum. Auch sie werden von den eifrigen Burgsanierern weggeräumt. Und dann sind da immer noch  Schriftzüge und Gemälde, die überall an die alten Steinwände gepinselt oder gesprüht werden.

  Mit der kleinen Handbürste versucht Gisa Grote aus dem Team die weißen Buchstaben vom der grauen Mauer zu kratzen. Für einen Buchstaben allein braucht sie fast zehn Minuten. Doch die engagierte Burgfreundin kennt da kein Pardon. Für sie sind die Liebesschwüre mit Herzumrandung einfach nur Schmierereien. „ Ich war geschockt,“ sagt die Wittenerin; „als ich das jetzt alles wieder gesehen hab. Das muss doch nicht sein.“   Katzenköpfe oder Graffitis – meist gesprüht mit weiße Farbe - gehen mit der Handwäsche kaum ab. Trotzdem legen sich die Burgfreunde ordentlich ins Zeug – denn ihre Burg soll bald wieder strahlen. Zum Beispiel am Tag des offenen Denkmals  am 8. September. Da laden sie Interessierte an der Stadtgeschichte  herzlich zu ein.   Auch die zehnjährige Frauke könnte da schon mal wieder die Geschichte vom Zwergenkönig Goldemar erzählen, der nachts unsichtbar und mit kalten Händen durch die ehemalige Wasserburg rauscht.