Carla Bruni: Zwischen Glamour und Politik

Liederabend

BOCHUM Sie ist nicht nur eine der schönsten Frauen der Welt, sondern hat dazu Grips, musikalischen Erfolg und einen der einflussreichsten Männer an ihrer Seite. "Zu schön, um wahr zu sein", dachte sich wohl auch Sängerin Franziska Dannheim und gab bei ihrem Liederabend am Samstag eine herrlich unperfekte Carla Bruni.

von Von Maren Volkmann

, 10.05.2009, 20:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Franziska Dannheim gab beim Carla-Bruni-Liederabend auch eine Psychiaterin.

Franziska Dannheim gab beim Carla-Bruni-Liederabend auch eine Psychiaterin.

"Carla Bruni - Glamour und Politik" brachte die Zerrissenheit der französischen First Lady auf eine hemmungslos komische Art und Weise auf die Bühne: Steht Bruni anfangs noch im wallenden pinken Abendkleid mit Strasssteinchen auf der Bühne und zählt in manischer Manier ihre zahlreichen Lover auf (darunter Mick Jagger und Eric Clapton), schaut sie sich später im strengen Look à la Jackie Kennedy mit Mann Sarkozy (Roderik Vanderstraeten) brav Dias an.

Musikalisches Model

Als neben den gemeinsamen Schnappschüssen bei Papst, Queen und den Obamas plötzlich ein Nacktfoto Brunis auf der Leinwand erscheint, ist sie peinlich berührt: "Oh, das war wohl noch im alten Dia-Kasten", stammelt sie.

Der unter der Regie von Rabea Kiel entstandene Liederabend ist ein wahres Feuerwerk der Unterhaltung. In knapp einer Stunde führen die beiden Musiker Dannheim und Vanderstraeten durch das aufregende und nicht immer ganz ohne Widersprüche verlaufende Leben Brunis. Spiegelbild ihrer Seele sind dabei ihre Chansons, denn - man mag es kaum glauben - musikalisch erfolgreich ist das einstige Topmodel auch noch. Dezent begleitet von Orgel und Gitarre singt die Bruni von ihrem ehemaligen Geliebten Raphaël, ihrem Leben und all den anderen Männern.

Wunderbar gespielt

"Ich will einen Mann, der Atommacht hat" ist der Satz, der die leichtlebige Bruni in die treue Ehegattin verwandelt, die Monogamie fortan doch nicht mehr so langweilig findet. Das wilde Model wird zur Repräsentantin "internationaler Offenheit", die High Heels weichen flachen Schuhen - natürlich in zartrosa. Allen engagierten Versuchen zum Trotz lässt sich ihr altes Leben jedoch nicht so einfach auslöschen und so werden die Zuschauer Zeugen, wie sich Frau Bruni Sarkozy mit allen denkbar abstrusen Mitteln zu verbiegen versucht.

Wunderbar gespielt und gesungen wurde der Liederabend zu einer abwechslungsreichen Parodie. Ob nun Sarkozy oder Bruni die größere Schraube locker hat, durfte jeder selbst entscheiden.