Caro Emeralds zarte Stimme geht im Lärm unter

Zeltfestival

Sängerin Caro Emerald setzt auf ihre schöne Stimme, wenn sie sich der Musik der Swing-Ära der 40er und 50er Jahre nähert. Von dieser Stimme war am Donnerstag beim Zeltfestival leider nicht viel zu hören.

BOCHUM/WITTEN

02.09.2011, 11:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gegen die eigene Band anzusingen - so hatte sich Caro Emerald ihr Konzert beim Zeltfestival sicherlich auch nicht vorgestellt.

Gegen die eigene Band anzusingen - so hatte sich Caro Emerald ihr Konzert beim Zeltfestival sicherlich auch nicht vorgestellt.

Optisch ist Caro Emerald ein Highlight: Mit geschmücktem Käppchen, Netzhandschuhen und klassischen Pumps betritt sie die Bühne. Eine Dame, die singt. Und die das kann. Denn Caro Emerald hat eine gut ausgebildete Stimme. Sie kann Gefühl transportieren, sogar mit der Stimme spielen und Klänge zaubern. Das weiß man, wenn man die Studioaufnahmen kennt von „The other woman“ oder „I know that he‘s mine“. Die Songs leben durch die Stimme. Klavier, Blechbläser und Gitarren schaffen den Klangteppich, auf dem sich der Gesang entfaltet.Schrill und laut Im Zelt war das leider nicht so. Alles war laut und schrill. Die drei Blechbläser ohnehin, aber auch das Keyboard nicht pianozart, sondern spitz. Dazu ein DJ, der Vinyl scratcht. Alles hip. Aber nicht geeignet, die klare Stimme von Caro Emerald zur Geltung kommen zu lassen. Bewundernswert, dass sie die Stimme nicht presst. Sie kämpft. Sie singt, sie beschwört. Und doch entgeht dem Publikum eine Menge. Denn Caro Emerald singt nicht nur gut, sie hat Geschichten zu erzählen. Nachdenkliche Texte, die man gern gehört hätte. Aber das war kaum möglich bei der Klangwelle der Instrumente, die über das Publikum hinweg rollte.Funke sprang nicht über Und so sprang der Funke von Sängerin zum Publikum kaum über - obwohl die Niederländerin schon trotz der Kürze ihrer bisherigen Karriere leidenschaftliche Anhänger an den Kemnader See gelockt hatte. Die textsicher das mitsangen, was sonst niemand verstand. Erst der letzte Song, das in allen Medien omnipräsente „A Night like this“ schaffte den Sprung über die Rampe, die Leute tanzten, sangen mit: Festivalstimmung.Ansingen gegen die Band Nach gut einer Stunde war das Konzert beendet. Nur eine Zugabe gab es. Mit um Verständnis heischendem Lächeln begründete die Sängerin das damit, dass sie erschöpft sei. Verständlich, wenn man eine Stunde lang tapfer gegen die eigene Band angesungen hat.