Cartoonist Uli Stein im Alter von 73 Jahren gestorben

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Der Cartoonist Uli Stein ist im Alter von 73 Jahren in seinem Haus bei Hannover gestorben. Der Zeichner litt schon länger unter einer schweren Krankheit.

Hannover

04.09.2020, 19:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Cartoonist Uli Stein verstarb im Alter von 73 Jahren.

Der Cartoonist Uli Stein verstarb im Alter von 73 Jahren. © picture alliance/dpa

Hannover. Der Cartoonist Uli Stein ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Das gab seine Stiftung am Freitag in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach starb Stein bereits vor einer Woche in der Nacht von Freitag auf Samstag unerwartet in seinem Haus bei Hannover.

Stein litt bis zu seinem Tod an der Parkinson-Krankheit. Trotzdem sei sein Tod für sein Umfeld überraschend gekommen, heißt es in der Mitteilung. Die Beerdigung fand im engsten Freundeskreis in Hannover statt. Stein hinterlässt keine Familie.

Steile Karriere als Zeichner

Uli Stein wurde am 26. Dezember 1946 in Hannover geboren. Während seines Studiums in Berlin arbeitete er als freier Fotograf und Texter für Zeitungen, später auch für den Saarländischen Rundfunk, bis er sich Ende der 1970er-Jahre ganz auf das Zeichnen konzentrierte. 1982 kamen erste Postkarten und 1984 die ersten Bücher von Uli Stein auf den Markt.

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Es folgte eine steile Karriere über die Grenzen Deutschlands hinaus. Die Cartoons erschienen seit 1984 gesammelt und thematisch zusammengestellt als Bücher in Italien, Frankreich, Finnland, Korea, den Vereinigten Staaten, den Niederlanden und in China. Laut Uli Steins Agentur Catprint Media verkauften sich diese Bücher bisher über elf Millionen Mal. Zudem wurden mehr als 180 Millionen Postkarten mit Uli Steins Zeichnungen abgesetzt.

„Ich möchte den Leuten Spaß machen, sie unterhalten und ihnen schöne Momente geben in trüben Zeiten oder auch in guten Zeiten“, sagte Stein 2009 in einem Interview. Humor war für ihn das Ergebnis harter Arbeit – allerdings wusste er auch das auf seine typische Art zu formulieren: „Mich küsst die Muse nicht bei Aldi an der Kasse.“

Stein hat auch eigene Sonderbriefmarke

Der Künstler stellte häufig Alltagssituationen mit gezeichneten Tierfiguren verfremdet nach. Stein konnte Mäusen, Pinguinen und anderen Wesen mit nur ein paar Strichen etwas sehr Menschliches ins Antlitz zaubern: Freude, Enttäuschung, Verliebtheit, Neugierde und immer wieder eine Art treudoofes Erstaunen, mit dem die Figur sich in eine unvorhergesehene Situation fügt.

Bei Stein spiegelt sich in den Gesichtern das ganze Leben. Kein Wunder eigentlich, dass der Sensenmann bei ihm keins hat. In der Schmunzelwelt des Karikaturisten fällt diese Leerstelle aber besonders auf. Der Tod ist nichts, was man weglächeln kann. Man muss sich wehren: „Dagegen!“

Neben dem Zeichnen pflegte Stein seit vielen Jahren eine weitere Leidenschaft: das Fotografieren. Als Fotokünstler konzentrierte er sich auf Natur-, Landschafts- und städtische Motive aus der Region Hannover und Niedersachsen. Hinzu kam seine Passion für die Tierfotografie.

2005 erschienen in der Schweiz Sonderbriefmarken zu Ehren Uli Steins mit Motiven der berühmten Stein-Maus. Die Schweizerische Post bezog sich dabei darauf, dass einige der ersten Cartoons Steins Mitte der 1970er Jahre in einem Schweizer Musikmagazin erschienen. Die Deutsche Post kündigte für den Briefmarken-Jahrgang 2013 drei von Uli Stein gestaltete Motive aus der Serie Für den Sport an.

2018 gründete Stein die Uli Stein Stiftung für Tiere in Not. Die gemeinnützige Stiftung unterstützt kleinere Organisationen im In- und Ausland, die sich für Tierschutz, -hilfe und -rettung einsetzen – vom unterfinanzierten Tierheim bis zum Gnadenhof.

RND/msc