Casting-Karneval mit trällernden und tanzenden Tieren

Neu im Kino

Es gibt Gründe, Casting-Shows zu hassen. Keiner der Gesangs-Gladiatoren bei DSDS und Co. wurde ein Superstar. Selten bleibt ihnen mehr als das Warholsche Viertelstündchen Ruhm und Schlagzeilen in der Springer-Presse. Die meisten armen Schweine dort dienen eh nur billigster Volksbelustigung. Auch im Kino wetteifern jetzt Schwein und Stachelschwein am Mikrofon, und es gibt gute Gründe, den Film zu lieben.

06.12.2016 / Lesedauer: 2 min
Casting-Karneval mit trällernden und tanzenden Tieren

Mike, die Maus Foto ist ein kleiner Sinatra.

Der Animations-Streifen "Sing" spielt im San Francisco (?) der Tiere, wo ein abgehalfterter Theaterbesitzer (ein Koala) ein Sänger-Casting ausschreibt, um den Saal zu füllen. Die döspaddelige Sekretärin (ein Chamäleon) macht einen Tippfehler, schon wehen Flugblätter durch die Stadt, die 100.000 Dollar Preisgeld versprechen.

 Der Chef dachte an 1000 Dollar, zieht den Wettbewerb aber durch, als ihm hunderte Kandidaten die Tür einrennen. Die Grundidee mag nicht sehr originell klingen, was der Film daraus macht, ist aber eine Wucht: Wenn die Viecher "performen", bleibt kein Auge trocken. Da hüpfen Herz und Zwerchfell.

Hase singt ein Feuerwerk an Hits

Die Physiognomie der Tiere wird in allerfeinste Körperkomik umgesetzt. Krokodil, Frosch, Hase singen ein Feuerwerk an Hits, mit vielen Nummern, deren Rechte eine schöne Stange Geld kosten: Ein Schnipsel Beyoncé, eine Prise Lady Gaga, DooWop, Punkrock, HipHop. Und das war erst die Vorrunde!

Die Endausscheidung wird noch schöner, weil der Film (Regie und Buch: Garth Jennings) so schlau ist, die Teilnehmer mit Biografien auszustatten.

Schweinchen Rosita hat 25 Kinder, Gorilla Johnny einen Gangster-Papa, Mause-Mike die Bären der russischen Mafia am Hals. Toll animiert, bordvoll mit Ideen, spritzig erzählt, rührend und saukomisch. Der Familienspaß zum Fest.