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Bunker sollte Wahrzeichen werden

Eine Frage zu Castrop-Rauxel

Wann wurde der Hochbunker an der Münsterstraße gesprengt? Das wollte Josef Hupfer im Rahmen unserer Aktion "Eine Frage zu Castrop-Rauxel" wissen. Wir haben beim Historiker nachgefragt.

CASTROP-RAUXEL

von Von Michael Fritsch

, 16.12.2011
Bunker sollte Wahrzeichen werden

Unser früherer Fotograf Helmut Orwat hat die Sprengung des Bunkers am 24. Mai 1975 in ihren Phasen festgehalten.

Über die Geschichte des Hochbunkers, der über mehr als drei Jahrzehnte das Stadtbild maßgeblich geprägt hat, hat Wolfram Schmidt  (Foto) vom Arbeitskreis für Stadtgeschichte in Kooperation mit dem Stadtarchiv Castrop-Rauxel eine ausführliche historische Dokumentation mit dem Titel „Musste der Koloss wirklich geschleift werden?“ erstellt. Daraus entnehmen wir die folgenden Informationen.

Der Sprengung des Bunkers am 24. Mai 1975, die unserer früherer Fotograf Helmut Orwat in ihren Phasen festgehalten hat, gingen über viele Jahre politische Diskussionen und Planspiele voraus. Zunächst einmal ist interessant, dass der Bunker vor dem Krieg von den Nationalsozialisten ursprünglich als ziviles Bauwerk und Bestandteil eines neuen Stadtmittelpunktes mit Rathaus, Stadthalle und Aufmarschgelände geplant war.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Sprengung des alten Bunkers in Castrop-Rauxel

Der Sprengung des Bunkers am 24. Mai 1975 hat unser früherer Fotograf Helmut Orwat in ihren Phasen festgehalten.
16.12.2011
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Unser früherer Fotograf Helmut Orwat hat die Sprengung des Bunkers am 24. Mai 1975 in ihren Phasen festgehalten.© Foto Archiv
Unser früherer Fotograf Helmut Orwat hat die Sprengung des Bunkers am 24. Mai 1975 in ihren Phasen festgehalten.© Foto Archiv
Unser früherer Fotograf Helmut Orwat hat die Sprengung des Bunkers am 24. Mai 1975 in ihren Phasen festgehalten.© Foto Archiv
Unser früherer Fotograf Helmut Orwat hat die Sprengung des Bunkers am 24. Mai 1975 in ihren Phasen festgehalten.© Foto Archiv
Unser früherer Fotograf Helmut Orwat hat die Sprengung des Bunkers am 24. Mai 1975 in ihren Phasen festgehalten.© Foto Archiv
Unser früherer Fotograf Helmut Orwat hat die Sprengung des Bunkers am 24. Mai 1975 in ihren Phasen festgehalten.© Foto Archiv
Unser früherer Fotograf Helmut Orwat hat die Sprengung des Bunkers am 24. Mai 1975 in ihren Phasen festgehalten.© Foto Archiv
Unser früherer Fotograf Helmut Orwat hat die Sprengung des Bunkers am 24. Mai 1975 in ihren Phasen festgehalten.© Foto Archiv
Schlagworte Castrop-Rauxel

Wörtlich hieß es noch zum Richtfest 1942 dazu: „Allen Widerwärtigkeiten zum Trotz wuchs langsam aber sicher, von tiefer Grundlage immer höher aufragend, das neue Wahrzeichen unserer Stadt aus dem heimatlichen Boden. Als Symbol dieser ruhmreichen Kriegsjahre wird dieses ,Bauwerk Nr. 1´ des Castrop-Rauxeler Stadtmittelpunktes in seiner erhabenen Größe und Wuchtigkeit auf das Rathaus neben sich, die in der Achse des Platzes liegende Stadthalle und die ihm gegen sich hinziehende Berufsschule hinabblicken“.

Tatsächlich diente der 15 Stockwerke und 45 Meter Meter hohe Bau mit Wänden von 1 Meter bis 1,45 Dicke dem Schutz der Zivilbevölkerung vor den Luftangriffen der Alliierten, die im Oktober 1940 eingesetzt hatten. Und dieser Schutz für rund 1000 Personen erwies sich als äußerst effektiv: Weder Bombentreffer, noch in der Nähe explodierende Luftminen oder der Beschuss während der Eroberung im April 1945 konnten dem Bau etwas anhaben.Bereits in der Besatzungszeit begannen die Erörterungen über eine zivile Weiternutzung. Nach Umbauarbeiten durch eine Spezialfirma zogen eine Bücherei, das Stadtvermessungs- und Katasteramt, das Stadtarchiv und die Reste des Heimatmuseums dort ein.

Ende der sechziger Jahre mehrten sich die Stimmen, die einen Abriss des „Scheusals“ forderten. Allerdings gab es auch sehr kreative Vorschläge für eine Umnutzung, etwa die Aufpflanzung eines Glasterrassen-Cafés mit einem Rundumblick über die Stadt. Ein Vorschlag, der noch heute durchs Rathaus geistert, war auch seinerzeit schon en vogue: Die Umwidmung des Bauwerks als „Kulturbunker“. Der Bauunternehmer Hubert Otte reichte 1972/73 einen Planungsentwurf ein, bei dem der Bunker in ein modernes Wohn- und Geschäftszentrum integriert werden sollte. Doch städtebauliche Erwägungen (Westtangente Altstadtring) und die fehlende Schutzfunktion aufgrund moderner Waffensysteme besiegelten schließlich den Abriss.

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