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DGB zeigt bei einem Protesteinkauf Flagge für Real-Mitarbeiter

Real-Markt

Mitglieder des örtlichen DGB, der Gewerkschaft der Polizei und der Jusos nutzten einen Einkauf bei Real, um Solidarität zu zeigen. Dabei riefen sie Reaktionen bei Kunden hervor.

von Carsten Sander

Castrop-Rauxel

, 06.12.2018
DGB zeigt bei einem Protesteinkauf Flagge für Real-Mitarbeiter

Mitglieder des DGB, der Gewerkschaft der Polizei und von den Jusos Castrop-Rauxel gingen am Mittwoch bei Real einkaufen. Mit der Absicht, dabei auch ihren Protest kundzutun. © Carsten Sander

Der Streit um die Arbeitsbedingungen bei Real ist in eine neue Runde gegangen. Am Mittwochnachmittag trafen sich Vertreter vom DGB, der Jusos und der Gewerkschaft der Polizei, um einen etwas anderen Einkauf zu tätigen. Hintergrund ist die Aussage der Geschäftsleitung, dass jeder – wie auch Bürgermeister Kravanja – gern als Kunde bei Real gesehen werde. Um zu vermeiden, vor die Tür gesetzt zu werden, verhielten sich die Protestierenden also wie gewöhnliche Kunden. Fast.

Einkauf in Warnwesten und mit Plakaten

Denn die Teilnehmer des Einkaufs ernteten mit ihren gelben Warnwesten und den Protestschildern natürlich Aufmerksamkeit bei der Kundschaft. Viele begrüßten die Aktion, mache belächelten sie eher und einige fühlten sich anscheinend gestört.

Auch der neue Marktleiter Dominik Triebe, der seit Dienstag das Geschäft leitet, wurde auf die Gäste aufmerksam. Er versicherte, dass er den Dialog suchen werde und ließ die Aktivisten gewähren. Er selbst könne nichts entscheiden und hier und heute könne nicht geklärt werden, was mit den Real-Mitarbeitern geschehe. Sabine Seibel (Deutscher Gewerkschaftsbund) gab zu verstehen, dass die Aktion nur der Auftakt sei und man es begrüßen würde, wenn man sich gemeinsam an einen Tisch setzte. „Ich messe Sie an ihrem Wort“, sagte sie zu Triebe.

Bürgermeister darf an Versammlung teilnehmen

Triebe versicherte übrigens auch, dass bei der kommenden Betriebsversammlung, die am Freitag, 14. Dezember, stattfinden soll, der Bürgermeister – insofern geladen – Zutritt bekommen werde. Wie der Fauxpas bei der vorherigen Betriebsversammlung zustande kommen konnte, musste er offen lassen.

Aus unternehmerischer Sicht müsse die Kostenstruktur stimmen, denn der Lebensmittelmarkt sei hart umkämpft. Lohnkosten seien aber nur eine Kostenart, lautet ein Gegenargument. Ähnlich differenziert sieht es Heinz Lendzian, Kunde aus Castrop-Rauxel. „Man muss das auch mal anders herum sehen“, sagt er zu den Geschäftspraktiken von Metro, dem Mutterkonzern. Er selbst habe leidvoll erfahren, wie es ist, abgewickelt zu werden und verstehe die Mitarbeiter daher auch gut.

Ein anderer Kunde, Heinz Ehrenberg aus Henrichenburg, der einmal im Monat bei Real einkauft: „Das ist allerletzte Sohle.“ Damit bezog er sich ebenfalls auf die Metro. Er rege sich sehr darüber auf und kenne so etwas aus seiner Zeit als aktiver Gewerkschaftler. Auch Familie Soboda aus Schwerin findet die „Lohndrückerei“ nicht in Ordnung. Man habe das Geschehen verfolgt und Überlegungen angestellt, woanders zu kaufen. Oft seien sie ohnehin nicht bei Real.

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