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Fotos, die sich einprägen

CASTROP-RAUXEL Hoffnungslos blickt ein kleiner Junge direkt in die Kamera. Er sitzt auf dem Boden einer Koranschule. Um seine Füße sind dicke Eisenfesseln gelegt. Wegen dieses Fotos sucht der Fotograf G.M.B. Akash politisches Asyl in Deutschland.

von Von Julia Grunschel

, 04.11.2007

In der Rathaus-Galerie ist das Bild, das den 30-Jährigen zur Zielscheibe für Islamisten gemacht hat, seit gestern zu sehen. "Mir ging es nie um den religiösen Kontext, sondern um den pädagogischen. Ich sah den Jungen und dachte, dass darf nirgendwo passieren, in keiner Religion. Ich wollte exemplarisch auf die schlechten Schulbedingungen in meiner Heimat aufmerksam machen", sagt G.M.B Akash, der für ein Jahr in Hamburg lebt. Zuhause ist der mit dem dritten Preis des World Press Photo Award 2006 auszeichnete Fotograf in Bangladesch.

Facetten seiner Heimat  

Auf ausdrucksstarken und erschütternden Bildern zeigt er Facetten seiner Heimat. Nur die schlechten, meinen seine Gegner und missverstehen ihn. Kinderarbeit, Prostitution, Terroranschläge, HIV-Infizierte, das Leben auf Mülldeponien - Akashs Fotos zeigen       tatsächlich, was in Bangladesch schlecht ist. Mit der Macht der sozial-kritischen Bilder will der Fotograf aber vor allem eins erreichen: "Ich liebe mein Land. Ich zeige diese Sachen, damit sie sich positiv verändern." Dabei bleibt er realistisch. Wenn sich beispielsweise die Kinderarbeit schon nicht abschaffen lasse, können zumindest die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Erreicht hat Akash das zumindest für den Jungen, der auf dem Foto zu sehen ist, für das der Fotograf die berühmte Auszeichnung erhielt.

Das Bild, zufällig aufgenommen durch die geöffnete Tür einer Näherei, zeigt einen Jungen an einer Nähmaschine. Ein Aufseher schlägt mit einem Prügel auf ihn ein. "Er hat zu langsam gearbeitet", erinnert sich Akash an die Szene. Nach der Veröffentlichung des Bildes drohte er dem Besitzer, ihn ins Gefängnis zu bringen. "Voller Angst hat er mir hoch und heilig versprochen, dass das nicht mehr vorkommt."

Wenig Resonanz

Die Menschen und Situationen, die Akash festgehalten hat, prägen sich unaufhörlich ein. Schade, dass nur wenige Interessierte gestern die einmalige Chance nutzten, mehr über ihre Hintergründe zu erfahren.  

Bis zum 23. November ist die Ausstellung in der Rathaus-Galerie zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag: 9 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Freitag: 9 bis 12 Uhr.  

            

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