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Hinterbliebene fordern 20.000 Euro nach Arzt-Fehler

Frau nach Allergie-Schock gestorben

Schlimme Schmerzen in der Schulter trieben eine 67-jährige Frau aus Castrop-Rauxel im Januar 2014 zum Arzt. Der gab ihr eine Spritze. Zwei Tage später starb die Patientin an einem Allergieschock. Jetzt klagen ihre Hinterbliebenen vor dem Dortmunder Landgericht auf Schmerzensgeld.

CASTROP-RAUXEL/DORTMUND

16.06.2016
Hinterbliebene fordern 20.000 Euro nach Arzt-Fehler

Das Schmerzmittel Diclofenac löste bei der Patientin eine tödliche allergische Reaktion aus.

Vor zwei Jahren hatte ein Vertretungsarzt einer 67-jährigen Frau das Schmerzmittel Diclofenac gespritzt. Dass die Frau auf das Mittel allergisch reagierte, hatte er übersehen, obwohl die Allergie in der Patientenakte vermerkt war. Nur kurz nach Verlassen ihrer Hausarzt-Praxis bekam die Frau, die wegen Schulterschmerzen die Arztpraxis aufgesucht hatte, einen Allergieschock und starb zwei Tage später im Januar vergangenen Jahres.

Die Tochter der Verstorbenen fordert jetzt mindestens 20.000 Euro von dem Vertretungsarzt und dem Arzt, der die Allergie möglicherweise nicht deutlich genug in der Patientenakte vermerkt hatte.

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Tochter mit Höhe des Schmerzensgelds nicht einverstanden

Die Richter machten den Angehörigen aber am Donnerstag schon wenige Hoffnungen darauf, diese Summe auch wirklich zu bekommen. Allenfalls 15.000 Euro halten sie für angemessen. Diesen Kompromiss-Vorschlag hätten die Ärzte auch akzeptiert. 

Nicht so die Tochter der Toten und ihre Anwältin Sabrina Diehl. „Als die Patientin in ihrem Auto zusammenbrach, muss sie gewusst haben, dass ihre letzte Stunde geschlagen hat. Es muss ein schlimmer Todeskampf gewesen sein. Das muss sich in der Höhe der Summe niederschlagen“, sagte Diehl.

Mehrere medizinische Gutachten nötig

Weil es zu keiner Einigung kam, werden die Richter nun aller Voraussicht nach mehrere medizinische Gutachten einholen müssen. Ein Allgemeinmediziner wird klären müssen, ob tatsächlich ein Kunstfehler vorlag - ein Allergologe dagegen, ob der Schock nach der Spritze tatsächlich als alleinige Todesursache infrage kommt. „Bis zu einem Urteil wird es wohl zwei bis drei Jahre dauern“, kündigte die Richterin am Donnerstag an.

Die Angehörigen wollen kämpfen. Das, so sagen sie, seien sie der Verstorbenen schuldig. Vor allem die Tochter macht sich bis heute Vorwürfe. Sie war es, die der 67-Jährigen damals zum Gang zum Arzt geraten hatte: „Quäl dich doch nicht, sondern lass dir eine Spritze geben.“  

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