Castroper Rennbahn erinnert an alte Tradition

Naturhindernisbahn

Wer heute erklärt, er gehe mit seinem Hund auf die Rennbahn, ist nicht etwa ein größenwahnsinniger Hundebesitzer. Nein, er wohnt in Castrop-Rauxel und weiß die Geschichte der Naturhindernisbahn nahe des Stadtparks zu schätzen.

CASTROP-RAUXEL

von Von Stefanie Platthaus

, 23.05.2013, 18:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zu ihren Hochzeiten besuchten bis zu 30 000 Menschen die Rennen.

Zu ihren Hochzeiten besuchten bis zu 30 000 Menschen die Rennen.

Bald darauf entstand auch eine Strecke für Jagdrennen, die besonders schwierig und daher sensationsträchtiger war. Bis zu 30 000 Besucher zogen die Rennen, die höchstens zwei Mal im Jahr stattfanden an. Der erste Weltkrieg zerstörte den Erfolg, und erst 1938 kamen die Castroper Rennen wieder langsam in Gang, als die Rennbahn neu gestaltet wurde. So entstand wieder eine Flachbahn, eine Jagdbahn, aber auch eine Querfeldeinbahn, die direkt an der Cottenburgschlucht entlang führte.

Ein kurz aufflackernder Erfolg dieser Mühen wurde vom Zweiten Weltkrieg unterbrochen. 1950 versuchte man, die Rennen wiederzubeleben, sie entwickelten sich aber schlecht, und die Stadt musste dauerhaft Geld zuschießen. Anneke Lamot von der Stadt Castrop-Rauxel erklärt: „Der Fußball machte dem Rennsport Konkurrenz – und die größeren Städte des Ruhrgebiets auch.“

In Dortmund und Gelsenkirchen baute man weniger gefährliche Bahnen mit einem höheren Preisgeld als Ziel. Da Pferdesport und Pferdezucht mittlerweile zusammen gehörten, war die Angst der Besitzer, ihre Pferde bei Rennen zu verletzen, groß. Am 28. Juni 1970 fand schließlich das letzte Rennen statt.