CDU streitet über die Gemeinschaftsschule

Politik in Bochum

In der CDU entbrennt ein Streit über die Gemeinschaftsschule. Nach dem die parteieigenen Mitglieder im Bildungsausschuss dem Schulversuch zustimmten, poltert die Kreispartei öffentlich gegen das Projekt. Mehr noch: In einem persönlichen Schreiben bittet der Kreisgeschäftsführer David Schary die Ratsmitglieder, ihre Entscheidung zu überdenken.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 10.12.2010, 17:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Wahlplakat zur Landtagswahl von David Schary.

Das Wahlplakat zur Landtagswahl von David Schary.

In einem Schreiben an alle Ratsmitglieder erklärt David Schary die Position der Kreispartei und bittet nachdrücklich, das eigene Votum vor der Entscheidung im Rat (16. Dezember) zu überdenken. Dabei spielt die Partei-Linie scheinbar eine wichtige Rolle. „Ich habe mich während des Wahlkampfs immer gegen die Gemeinschaftsschule ausgesprochen“, betont Schary. Seinen Brief an die Ratsmitglieder habe er auch in der Funktion als Landtagskandidat geschrieben.

„Die Fraktion wird sich mit dem Votum des Kreisvorstandes auseinander setzen müssen“, betont CDU-Fraktionsvize Christian Haardt. Zur Debatte selbst schweigt er. Klaus Franz, erster Mann der Fraktion, weiß, dass die Schulpolitiker seiner Partei mit diesem Modellversuch liebäugeln. Die Betonung liegt dabei auf Versuch. Es gehe nicht um eine flächendeckende Einführung, sagt Franz. „Wenn Hauptschulen keine Überlebenschancen haben und Realschulen verlieren, muss man etwas zusammenlegen“, so Gabriele Ankenbrand, Ratsfrau und Mitglied im Schulausschuss. Sie hatte pro Schulversuch gestimmt – mit Blick auf das Elternvotum. Der CDU steht bis zur Ratssitzung eine spannende Debatte bevor – auch wenn der Schulversuch in Bochum nicht auf die Stimmen der CDU angewiesen ist.