Charmante, bescheidene Musiklegende

Chris de Burgh im RuhrCongress

MITTE Eine Beschreibung des Sängers Chris de Burgh käme nicht ohne die Attribute brav, charmant und bescheiden aus. Worte wie experimentierfreudig oder draufgängerisch würden dagegen fehlen. Am Montagabend lieferte die Musiklegende aus Irland die Beweise für diese Feststellung persönlich ab. Da machte er mit der Footsteps-Tour 2009 im RuhrCongress Bochum halt und erfreute seine Fans mit einem fast dreistündigen Konzert.

von vON Peer-Boris Weichsel

, 19.05.2009, 16:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Chris de Burgh spielte im RuhrCongress unter anderem Stücke von seinem aktuellen Album »Footsteps«.

Chris de Burgh spielte im RuhrCongress unter anderem Stücke von seinem aktuellen Album »Footsteps«.

Aus der großen Anzahl an Liedern, die in der 35-jährigen Karriere zusammen gekommen sind, gelang dem Geschichtenerzähler eine gute Mischung aus älteren Stücken wie "Where peaceful waters flow" und Hits wie "The lady in red".

Coverversionen

Wirklich Neues brachten de Burgh und seine vierköpfige Band allerdings nicht mit. Zwar spielten sie Stücke des aktuellen Albums "Footsteps", für das der Sänger eigens Coverversionen seiner Lieblingshits aufgenommen hat. Doch kamen "The long and winding road" von den Beatles oder "Africa" von Toto wenig originell und den Originalen sehr nahe daher. Einzig "All along the watchtower" von Bob Dylan wurde in einer Akustikversion dargeboten, die die Möglichkeiten des Musikensembles erahnen lassen sollten. Aber dabei blieb es. Mit einer effektvollen Bühnentechnik, fingerfertigen Musikern und einstudierten Gags verließ der Routinier nie den sicheren Pfad. Warum sollte er auch? Begeistert wurde sein Solo "Last thing on my mind" am E-Flügel von den rund 2500 Fans beklatscht und in der zweiten Hälfte stürmten die Besucher wie auf ein Kommando hin von ihren Sitzplätzen zum Bühnenrand. Zu den rockigen Klängen von "Don´t pay the ferryman" und "High on emotion" tanzten sie bis zur Zugabe und anschließend beseelt nach Hause.

Facettenreichtum

Der Ire, der niemals älter zu werden scheint, könnte musikalisch aber durchaus mehr bieten. Etwas weniger Dampf im Mikro wäre ein guter Anfang, um den echten Facettenreichtum seiner Stimme zu zeigen - dafür etwas mehr Bedacht bei den teils primitiven Sounds des Synthesizers. Auf dieser noch jungen Tour wird sich da sicher nichts mehr ändern. Eingedenk der erwähnten Attribute sollten aber auch danach leider keine Änderungen zu erwarten sein.