Chemie-Unfall in Herdecke mit drei Verletzten

Kohlenmonoxid

Es geschieht durch eine defekte Heizung oder kaputte Belüftungsgeräte mit Verbrennungsmotor: Wenn Kohlenmonoxid ausströmt, ist das für Menschen je nach Konzentration in wenigen Minuten gefährlich bis tödlich. In Herdecke kamen am Mittwoch drei Handwerker schwer verletzt ins Krankenhaus. Die Feuerwehr war im Großeinsatz.

Herdecke

, 04.06.2014, 19:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Großeinsatz der Feuerwehr in Herdecke.

Großeinsatz der Feuerwehr in Herdecke.

Das geruch- und farblose Gas sorgt dafür, dass der Körper immer weniger Sauerstoff transportieren kann. Ganz langsam wird man müde - und kann im Extremfall daran ersticken. Soweit kommt es für die drei Männer am Mittwoch nicht. Sie ahnen den Notfall, alarmieren selbst den Rettungsdienst und retten damit wahrscheinlich nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das der Bewohner des Hauses in der Berliner Straße in Herdecke. Fünf Menschen werden von der Feuerwehr evakuiert, die drei Handwerker, einer 58, einer 46 und einer 28 Jahre alt, werden mit drei unterschiedlichen Rettungshubschraubern in eine Spezialklinik nach Wesel geflogen. Dort sollen sie drei Tage lang in einer Druckkammer behandelt werden, die das giftige Gas aus den Blutbahnen drückt und sie wieder mit Sauerstoff versorgt. Am Mittwochabend schweben sie schon nicht mehr in akuter Lebensgefahr.

Der im Keller gemessene Wert der Kohlenmonoxid-Konzentration war 20mal so hoch, wie der zulässige Grenzwert von 30 ppm (parts per million - deutsch: Teile von einer Million). Die Feuerwehr sorgte sofort nach der Evakuierung dafür, dass das Gas per Belüfter komplett aus dem Keller ausströmen konnte. Kohlenmonoxid-Vergiftungen sind zuletzt häufiger Grund für Einsätze der Feuerwehr gewesen. Alte und defekte Heizungen, kaputte Öltanks und immer dort, wo Kohle, Erdgas oder Erdöl verbrannt wird, ist die Gefahr für eine Kohlenmonoxid-Vergiftung vorhanden.

Wo das Kohlenmonoxid im Keller des Mehrfamilienhaus genau herkam, ist noch nicht bekannt. Ein Zusammenhang mit den Schweißarbeiten liegt nahe, die Kriminalpolizei ermittelt.