Chen Ruo Bing und eine Symbiose der Kulturen

Kunstmuseum Bochum

"Wir wollen unseren Besuchern die kulturübergreifende Universalität der Kunstsprache zeigen", sagt Dr. Hans Günter Golinski, Direktor des Kunstmuseums Bochum. Mit der am Sonntag beginnenden Ausstellung der Werke von Chen Ruo Bing gelingt dies dem Museum auf beeindruckende Weise.

BOCHUM

, 28.07.2016, 18:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Chen Ruo Bing und eine Symbiose der Kulturen

Chen Ruo Bing vor einem seiner Werke im Kunstmuseum Bochum.

Die Arbeiten des Malers stellen eine Symbiose aus traditioneller chinesischer Ästhetik und westlicher Gegenwartskunst dar - und erweitern darauf aufbauend das Feld der Farbmalerei. Schon die bloße Konzeption der Ausstellung hat etwas Besonderes: Neben Bings aktuellen Werken sind auch Exponate seiner "Wegbegleiter" - etwa Gotthard Graubner, dessen Schüler Chen Ruo Bing einst war - zu sehen.

Ebenso wie eine Videopräsentation mit traditioneller chinesischer Kunst, darunter Landschaftsmalereien, die den jungen Bing, dessen künstlerisches Schaffen mit der Kalligrafie begann, ebenfalls beeinflusst haben. Die Farben entdeckte der Maler erst spät für sich - nach seinem Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf Ende der 90er-Jahre.

Die Entdeckung der Farben

Von der Neigung zur schwarz-weißen Landschaftsmalerei ist in den aktuellen Werken kaum mehr etwas zu sehen. Stattdessen sind die Exponate im Kunstmuseum Bochum ein Spiel aus Farben und Formen - Quadrate, die nicht streng geometrisch, sondern abgerundet erscheinen.

 

Trotz größtenteils kontrastreicher Farbkompositionen sind Bings Werke nicht emotional aufwühlend, sondern eher beruhigend. Der Besucher betritt einen "Meditationsraum", wie Golinski es bezeichnet. Wer genau hinsieht, erkennt in den Bildern zudem Spuren des Schaffensprozesses: Hier ein kleiner Farbspritzer, dort ein scheinbar ungewollter Tropfen. Für Bing kein Grund, seine Werke auszubessern. Vielmehr sei es das Ergebnis seines Arbeitsstils. "Ich arbeite schwunghaft und lasse diese Dinge zu. Das macht das Bild noch lebendiger", betont er.

Kunstmuseum Bochum: "Der Maler Chen Ruo Bing", 31.7. (Eröffnung 11 Uhr, zudem Sommerfest mit Führung, Musik und Kunstvermittlungsprogramm) bis 3.10., Kortumstraße 147, Mi 10-20 Uhr, Di/Do-So 10-17 Uhr, Katalog 18 Euro.