Chronogramm restauriert und montiert

Musikzentrum

Durch die Absenkung des Niveaus im Chor der Marienkirche trat Anfang 2014 eine Sandsteintafel mit lateinischer Inschrift zutage, die nun - frisch restauriert - wieder in der Kirche zu sehen ist, die in einem Jahr als Foyer des neuen Musikzentrums dienen wird.

BOCHUM

05.08.2015, 18:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wiedereinsetzung des alten Grundsteines in die Kirchenaußenwand in dem im Bau befindlichen Musikzentrum am 04.08.2015. +++ Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Presseamt

Wiedereinsetzung des alten Grundsteines in die Kirchenaußenwand in dem im Bau befindlichen Musikzentrum am 04.08.2015. +++ Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Presseamt

Solche Tafeln bezeichnet man als Chronogramme; sie sind eine Spielerei, wie sie in der Antike und dann wieder ab der Renaissance verbreitet waren. Die Marienkirche erhält nun das Chronogramm des früheren Grundsteins wieder. Die restaurierte Steinplatte, die versteckt die Jahreszahl der Grundsteinlegung beinhaltet, kehrt an ihren alten Platz auf der Innenwand des Chores zurück, dem zukünftigen Foyer des Musikzentrums.

Der Inschrift „MarIa VIrgo prae CLara aD CoeLos eLata pro nobIs qVoqVe ora“ - übersetzt: „Maria, überaus strahlende Jungfrau, in den Himmel erhoben, bitte auch für uns“ - ist das Jahr der Grundsteinlegung 1868 eingeschrieben. Um es herauszulesen, müssen die großen Buchstaben und sämtliche Buchstaben, die als römische Ziffern einen Zahlenwert haben, addiert werden. Die so errechnete Zahl stimmt mit dem Grundstein (primus lapis) von 1868 überein. Dieser war oberhalb des Chronogramms zu finden und trägt die Aufschrift „lap. prim. 1868“.

In ihm war eine etwa 25 Zentimeter lange Glasphiole eingelassen, in der papierne Reste gefunden wurden, die aber durch Restauratoren aufgrund des starken Zerfalls nicht mehr rekonstruiert werden konnte. Die Glasphiole war zerbrochen, konnte jedoch durch eine Glasrestauratorin instand gesetzt werden. Phiolen dieser Art wurden im 19. Jahrhundert noch als Apothekergefäße genutzt. Es ist vorgesehen, die Phiole später in der Kirche auszustellen. Die Sandsteintafel wurde geborgen und durch den Steinmetzbetrieb restauriert.

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