Corona-Angst raubt Menschen den Schlaf

Coronavirus

Die Infektionszahlen und die Bilder von Corona-Patienten auf Intensivstationen steigen und damit auch die Ängste. Eine Studie zeigt, welche wichtige Rolle Schlaf im Kampf gegen Corona spielt.

Essen

29.10.2020, 06:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Lungen- und Schlafmediziner Prof. Georg Nilius untersucht eine Schlafpatientin und hat erklärt, wie Corona und Schlaf zusammenhängen.

Der Lungen- und Schlafmediziner Prof. Georg Nilius untersucht eine Schlafpatientin und hat erklärt, wie Corona und Schlaf zusammenhängen. © picture alliance/dpa

Die Angst vor einer Corona-Ansteckung raubt vor allem Menschen mit gesundheitlichen Risiko-Faktoren vielfach den Schlaf. „Ich sehe das auch aus der eigenen Sprechstunde. Es gibt Vorerkrankte, die sich große Sorgen machen“, sagte der Direktor der Klinik für Pneumologie der Evangelischen Kliniken Essen-Mitte, Prof. Georg Nilius, am Donnerstag der dpa.

„Da gibts ein deutlich höheres Angstniveau. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Schlaf.“ Nilius ist einer der Kongresspräsidenten bei der digitalen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) vom 29. bis 31. Oktober. Der Lungen- und Schlafmediziner verwies auf eine fortlaufende bundesweite Online-Studie unter Leitung der Psychologin Madeleine Hetkamp (Universität Duisburg-Essen) mit gut 16 000 Teilnehmern.

Ängste nehmen mit steigenden Infektionszahlen zu

Laut der im Fachmagazin „Sleep Medicine“ (75, 2020) veröffentlichten Studie hatten kurz nach dem Corona-Shutdown Mitte März dieses Jahres rund 13,5 Prozent der Teilnehmer von einer „deutlich verschlechterten Schlafqualität“ und 7,2 Prozent von generellen Ängsten („anxiety“) berichtet.

Als die Infektionszahlen nachließen, seien diese Werte wieder zurückgegangen. Mit dem aktuell neuen Hochschießen der Zahlen sei es wahrscheinlich, dass auch die Ängste wieder zunähmen, sagte Nilius.

dpa

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