Corona-Bonus: Spahn beauftragt Konzept für Pflegekräfte in Kliniken

Coronavirus

Im Mai hat die Bundesregierung einen Bonus in der Altenpflege wegen besonderer Belastung in der Corona-Krise entschieden. Nun will Gesundheitsminister Jens Spahn den Bonus auch für Pflegekräfte in Krankenhäusern einführen.

Berlin

14.08.2020, 17:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Krankenschwestern betreuen in einem Krankenhaus einen Patienten: Gesundheitsminister Jens Spahn lässt ein Konzept für einen Corona-Pflegebonus für Pfleger in Krankenhäusern erarbeiten.

Krankenschwestern betreuen in einem Krankenhaus einen Patienten: Gesundheitsminister Jens Spahn lässt ein Konzept für einen Corona-Pflegebonus für Pfleger in Krankenhäusern erarbeiten. © picture alliance/dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will nun auch einen Corona-Bonus für Pflegekräfte in Kliniken herbeiführen – nicht nur wie schon besiegelt in der Altenpflege. Um dies zu ermöglichen, hat Spahn die Deutsche Krankenhausgesellschaft und den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen zu einem entsprechenden Konzept aufgefordert, wie ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin sagte.

Pflege-Personalkosten in Kliniken, die die Tarifpartner in Eigenregie regelten, würden von den Kassen gegenfinanziert. Daraus ergebe sich auch die Möglichkeit, Boni zu vereinbaren.

Bonus für Altenpflege von bis zu 1500 Euro

Parteiübergreifend war Kritik daran laut geworden, dass ein Bonus wegen besonderer Belastungen in der Corona-Krise nur für die Altenpflege kommen soll. Die Gewerkschaft Verdi begrüßte Spahns Vorstoß. „Krankenhausbeschäftigte sind von der Corona-Pandemie besonders betroffen“, sagte Vorstandsmitglied Sylvia Bühler.

Sie hätten großartig mitgezogen und sich auf einen Ansturm an Corona-Patienten eingestellt, der bisher Gott sei Dank verhindert werden konnte. Die beiden beauftragten Verbände sollten bald einen Vorschlag für eine Bonuszahlung vorlegen.

Kosten für den Bund mit rund einer Milliarde Euro veranschlagt

Der Bundestag hatte den Corona-Bonus für die Altenpflege von bis zu 1000 Euro Mitte Mai beschlossen. Länder oder Arbeitgeber können ihn auf bis zu 1500 Euro aufstocken, die steuerfrei bleiben würden. Die Kosten für den Bund werden mit rund einer Milliarde Euro veranschlagt – tragen soll dies vorerst die Pflegeversicherung, der Bund hat aber einen Zuschuss angekündigt.

Die Regierung verwies zuletzt mehrfach auch darauf, dass das generelle Lohnniveau in der Altenpflege deutlich niedriger sei als bei Pflegekräften in Krankenhäusern.

RND

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