Corona-Helfer der Bundeswehr in Berlin attackiert - „Einzelfall“

Coronavirus

Vielerorts sind Bundeswehrsoldaten willkommene Helfer im Kampf gegen Corona. Sie entlasten Verwaltungen und Impfzentren. Doch nicht jedem scheint das zu passen. Die Hauptstadt-Polizei ermittelt.

Berlin

03.06.2021, 13:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Bundeswehr hilft auch in den Impfzentren. Nicht allen scheint das zu gefallen. Ein Soldat wurde jetzt attackiert.

Die Bundeswehr hilft auch in den Impfzentren. Nicht allen scheint das zu gefallen. Ein Soldat wurde jetzt attackiert. © picture alliance/dpa

Der Angriff auf einen Bundeswehrsoldaten in der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit war aus Sicht des Verteidigungsministeriums ein Einzelfall. Für die Arbeit der Bundeswehr in der Corona-Amtshilfe gebe es bei Behörden und in der Bevölkerung viel Zustimmung, betonte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch.

Laut Polizei soll der 23-jährige Hauptgefreite am Dienstag gegen 16.30 Uhr von hinten angegriffen worden und durch einen Stoß zu Boden gegangen sein. Nach Angaben der Polizei und des Ministeriums wurde der Mann leicht verletzt. Der Täter entkam. Nach ihm wird gesucht. Strafermittlungen gegen Unbekannt seien eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Laut Ministerium konnte der Soldat nach Dienstschluss nach Hause gehen.

Corona-Helfer mit Handschellen an Heizungsrohr gefesselt

Nach „Spiegel“-Informationen soll der Corona-Helfer nicht nur körperlich attackiert, sondern auch mit einer Handschelle an ein Heizungsrohr auf einer Toilette des Verwaltungsgebäudes in der Oranienstraße gefesselt geworden sein. Der unbekannte Täter soll wortlos geflüchtet sein.

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Nach einem Bericht der „Morgenpost“ könnte es möglicherweise auch um einen schlechten Scherz unter Soldaten gegangen sein, die derzeit die Gesundheitsverwaltung in der Pandemie unterstützen. Ob der 23-Jährige seinen letzten Arbeitstag in der Verwaltung hatte, blieb offen.

Tatmotiv weiterhin völlig unklar

Ein Sprecher der Bundeswehr in Berlin äußerte sich am Donnerstag auf Anfrage nicht zu dem Fall. Auch die Polizei gab keine weiteren Auskünfte zum Tathergang. Beide verwiesen auf die laufenden Ermittlungen. Auch das Verteidigungsministerium hatte am Mittwoch keine näheren Auskünfte erteilt. Ob es möglicherweise einen politischen Hintergrund gibt, war ebenso unklar.

Nach dem Angriff hatte Einsatzkräfte der Polizei das mehrstöckige Gebäude durchsucht, jedoch ohne Erfolg. Der Polizeisprecher sagte, Mitarbeiter der Verwaltung seien nicht gefährdet gewesen.

dpa

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