Corona-Huster führt 23-Jährigen für zehn Wochen ins Gefängnis

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In den Niederlanden steigt die Zahl der Corona-Toten: 106 Menschen waren es am Freitag. Ein 23-Jähriger, der Polizisten angehustet hat mit der Aussage Corona-infiziert zu sein, muss in Haft.

Enschede (NL)

, 20.03.2020, 16:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den Niederlanden ist in den vergangenen 24 Stunden die Zahl der Corona-Toten um mehr als ein Drittel gestiegen. 106 Menschen sind im Nachbarland an der Viruskrankheit gestorben. Einen Tag zuvor waren es noch 76.

Das sind Zahlen, die vom Nationalen Institut für öffentliche Gesundheit am Freitagmittag (20.03.2020) veröffentlicht wurden. Die Zahl der registrierten Infektionen mit dem Coronavirus stieg von 2460 auf 2994.

Nach einem Bericht der Tageszeitung Tubantia weist die Provinz Nordbrabant die höchste Zahl von Coronafällen mit 1012 auf, gefolgt von Südholland (405), Limburg (366) und Nordholland (353).

Drastische Haftstrafe für Corona-Huster

Am Freitagmittag hat ein Gericht in Den Haag einen 23-Jährigen zu einer zehnwöchigen Gefängnisstrafe verurteilt, weil er zwei Polizisten ins Gesicht gehustet hatte mit den Worten: „Ich habe Corona, jetzt haben Sie es auch“.

Die Polizisten hatten den 23-Jährigen Mitte März in Leiden festgenommen, nachdem er sich einem Alkoholtest widersetzt hatte. Nach dem Anhusten hatte der Angeklagte angedroht, noch weitere Menschen zu infizieren.

Das Schnellgericht ging mit der Strafe noch über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Die hatte fünf Wochen Haftstrafe gefordert.

Neben der Haftstraße muss der 23-Jährige den Polizeibeamten 350 Euro Schadenersatz zahlen und darf zehn Monate lang kein Fahrzeug mehr führen.

Keine Märkte in Winterswijk und Enschede

Zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus sind auch in den Niederlanden zahlreiche Einschränkungen beschlossen worden. Dazu zählt, dass auch die Märkte in Winterswijk und Enschede nicht stattfinden.

Diese Regelung gilt ab sofort und zunächst bis zum 6. April. Das haben die Bürgermeister der jeweiligen Städte mitgeteilt. Die Gastronomiebetriebe einschließlich der Restaurants sind dort bereits geschlossen.

Unternehmen können Steuern später zahlen

Wie die Tageszeitung de Gelderlander berichtet, gewährt die Gemeinde Winterswijk den Unternehmen eine Fristverlängerung von fünf Monaten zur Zahlung der Gemeindesteuern. Die Zahlungsfrist verschiebt sich vom 30. April auf den 30. September. Bürgermeister Joris Bengevoord will damit Unternehmen entgegen kommen, die von der Corona-Krise betroffen sind.

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