Corona-Impfung bei Schwangeren: Impfkommission spricht sich gegen generelle Empfehlung aus

Coronavirus

Die Ständige Impfkommission bleibt dabei: Schwangeren soll vorerst keine Corona-Impfung empfohlen werden. Unter bestimmten Umständen sei eine Impfung ab der 13. Schwangerschaftswoche aber möglich.

Berlin

10.05.2021, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bislang fehlen kontrollierte Studien, die Impfungen gegen Covid-19 bei Schwangeren beobachten.

Bislang fehlen kontrollierte Studien, die Impfungen gegen Covid-19 bei Schwangeren beobachten. © picture alliance/dpa/Lehtikuva

Während in Großbritannien und Österreich auch Schwangere mit mRNA-Impfstoffen geimpft werden können, bleibt die Ständige Impfkommission (Stiko) für Deutschland weiterhin vorsichtig. Das Gremium spricht vorerst keine generelle Empfehlung aus. „Bisher liegen keine Erkenntnisse aus kontrollierten Studien zum Einsatz der Covid-19-Impfstoffe in der Schwangerschaft vor“, heißt es zur Begründung in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung auf der Homepage des Robert Koch-Instituts (RKI).

Der Berufsverband der Frauenärzte hatte zuvor mit weiteren Fachverbänden gefordert, darunter auch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Schwangeren prioritär eine Impfung mit mRNA-Impfstoffen anzubieten und auch stillenden Frauen ein entsprechendes Impfangebot zu machen. Ihre Empfehlungen begründeten die Fachverbände mit Studienergebnissen aus dem Ausland und aus Deutschland.

Das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf steige mit einer Schwangerschaft. Im Vergleich zu Nichtschwangeren werde bei Schwangeren mit Corona-Infektion etwa sechsmal häufiger eine intensivmedizinische Betreuung und eine Beatmung mehr als 23-mal häufiger notwendig.

Stiko-Urteil: Fehlende Daten zur Corona-Impfung bei Schwangeren

Viele Daten zu Impfungen bei Schwangeren mit den in Deutschland zugelassenen Vakzinen gibt es bislang allerdings nicht. Großbritannien bezieht sich in seiner Empfehlung immerhin auf erste Daten aus den USA. Dort sind nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) bisher mehr als 94.000 Schwangere gegen Covid-19 geimpft worden, hauptsächlich mit den mRNA-Impfstoffen. Spezifische Sicherheitsbedenken habe es nicht gegeben, melden die US-Behörden. Die Ständige Impfkommission erklärt die Mitte April publizierten Beobachtungen aus den USA allerdings für noch nicht ausreichend.

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Allerdings soll der freien Entscheidung der Schwangeren für eine Impfung mehr Raum gewährt werden, kündigte die Stiko an. „Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung oder mit einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände kann nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher ärztlicher Aufklärung eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem zweiten Trimenon angeboten werden“, heißt es dazu in der Mitteilung. Es braucht also ein ärztliches Gespräch – und eine Impfung kann frühestens nach der zwölften Schwangerschaftswoche erfolgen.

RND

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