Corona-Studie: Nur zwei von drei Patienten überleben künstliche Beatmung

Coronavirus

Wer schwer an Corona erkrankt ist, muss oft künstlich beatmet werden. Eine Studie zeigt: Jeder dritte Patient überlebt dabei nicht. Sie unterstreicht außerdem erneut die Bedeutung des Alters.

Hannover

21.08.2020, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jeder dritte Corona-Patient, der auf einer Intensivstation künstlich beatmet werden muss, stirbt. (Symbolbild)

Jeder dritte Corona-Patient, der auf einer Intensivstation künstlich beatmet werden muss, stirbt. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Jeder dritte Corona-Patient, der auf einer Intensivstation künstlich beatmet werden muss, stirbt. Das ist das Ergebnis einer Auswertung der Helios-Kliniken mit mehr als 1900 Patienten aus Deutschland. Der Verlauf schwerer Corona-Fälle ist damit im In- und Ausland in etwa gleich.

Für die Studie sammelten die Ärzte Daten von Patienten, die zwischen dem 12. Februar und dem 12. Juni in einem der deutschlandweit über 80 zum Helios-Konzern gehörenden Krankenhäuser behandelt wurden. Zum Zeitpunkt der Auswertung waren etwa 80 Prozent der Patienten bereits wieder entlassen, 16,6 Prozent waren verstorben, 3,6 Prozent befanden sich noch in Behandlung.

Studie unterstreicht Bedeutung niedriger Fallzahlen

Deutschland ist zwar bisher vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen. Doch die Studienergebnisse zeigen auch: Der Verlauf der Erkrankung ist überall ähnlich – daher ist es wichtig, die Fallzahlen gering zuhalten.

“Eine wichtige Erkenntnis aus dem Covid-19-Register ist, dass der Krankheitsverlauf bei den in unseren Krankenhäusern aufgenommenen Covid-19-Patientinnen und -Patienten nicht weniger kritisch ist als in Ländern wie Italien, Frankreich, Großbritannien und Belgien, in denen verglichen mit der Einwohnerzahl viel mehr Covid-19-Fälle und Covid-19-bedingte Todesfälle auftraten als in Deutschland“, sagt Julius Dengler, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie im Helios Klinikum Bad Saarow laut „Spiegel Online“.

So verstarben in der italienischen Lombardei, die von der ersten Corona-Welle schwer getroffen war, 26 Prozent der intensivmedizinisch behandelten Patienten. In den Helios-Kliniken waren es 29 Prozent.

Je älter Patienten sind, desto heftiger schlägt Corona zu

Die Helios-Untersuchung unterstreicht außerdem erneut die Bedeutung des Alters bei Corona: Von den Patienten im Alter zwischen 60 und 69 Jahren mussten 31 Prozent auf der Intensivstation behandelt werden. In der Altersgruppe zwischen 70 und 79 Jahren waren es 29 Prozent.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) mussten in Deutschland insgesamt 16 Prozent der Corona-Infizierten im Krankenhaus behandelt werden. Allerdings handelt es sich hierbei nur um offiziell gemeldete Fälle. Da die Dunkelziffer deutlich höher sein dürfte, liegt auch der Anteil der Krankenhauspatienten vermutlich niedriger.

RND/fh

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