Coronavirus: So gehen die Kindergärten mit der Situation um

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Möglichst wenig Kontakt, um eine mögliche Ansteckung mit Corona zu vermeiden: Wie erklärt man das Kleinkindern? Die Kindergärten in Holzwickede haben Lösungen gefunden.

Kreis Unna

, 03.03.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Winken und lächeln lautet die Devise in diesen Tagen im Katholischen Kindergarten Liebfrauen in Holzwickede. „Wir haben den Kindern erklärt, dass wir zur Zeit auf das Händeschütteln verzichten und uns lieber anlächeln“, sagt Einrichtungsleiterin Kerstin Dilger. Es ist eine Reaktion auf den ersten bestätigten Corona-Fall im Kreis Unna.

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Und auch schon Vier- und Fünfjährige wissen erstaunlich viel über das Virus, hat Dilger beobachtet. „Wir haben am Montag unser Kinderparlament abgehalten und dort wussten die älteren Kinder schon sehr gut Bescheid“, sagt die Erzieherin. Deswegen sei es auch selbstverständlich, dass sie und ihre Kollegen mit den Kindern darüber reden, warum plötzlich auf den üblichen Kontakt verzichtet und noch mehr Wert aufs Händewaschen gelegt wird.

Darauf weist der Kindergarten auch die Eltern hin: „Wir haben die Eltern gebeten, sich vor und nach dem Bringen und Abholen der Kinder die Hände zu waschen“, sagt Kerstin Dilger. Darüber hinaus werden die Türklinken und Tische im Kindergarten mehrmals täglich desinfiziert.

Das passiert auch in der AWO-Kita „Wühlmäuse“ in Holzwickede. Im Eingangsbereich steht ein Spender mit Desinfektionsmittel und auch hier werden vor allem die Türklinken regelmäßig desinfiziert. „Wir gehen mit den Kindern regelmäßig Hände waschen“, sagt eine Mitarbeiterin.

„Wir empfehlen beispielsweise auch, dass Veranstaltungen wie ein Tag der Offenen Tür an einer Kita nicht unbedingt jetzt stattfinden muss.“
Sebastian Laaser, AWO Kreis Unna

Die „Wühlmäuse“ haben in der vergangenen Woche wie alle anderen Einrichtungen der AWO Ruhr-Lippe-Ems einen Informationsbrief erhalten, welche zusätzlichen Hygieneregeln in der aktuellen Situation zu berücksichtigen sind. „Dazu zählt beispielsweise, dass unser Reinigungsdienst zweimal täglich alle Handläufe und Klinken reinigt und dass alle Einrichtungen ein Hinweisschild erhalten haben, dass erklärt, warum wir aufs Händeschütteln zur Zeit verzichten“, sagt AWO-Sprecher Sebastian Laaser.

Die AWO betreibt im Kreis Unna 32 Kindertagesstätten und elf Offene Ganztage. „Wir empfehlen beispielsweise auch, dass Veranstaltungen wie ein Tag der Offenen Tür an einer Kita nicht unbedingt jetzt stattfinden muss“, sagt Laaser, „es geht momentan darum, uns bestmöglichst zu schützen und das bedeutet nun mal so wenig Kontakt wie möglich.“

Für die Kinder im Liebfrauen-Kindergarten könnte das vielleicht sogar heißen, dass sie in den nächsten Tagen auf das Zähneputzen in der Kita verzichten können. „Das diskutieren wir aber gerade noch mit den Kindern“, sagt Einrichtungsleiterin Kerstin Dilger.

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