Spahn stellt 10-Punkte-Plan zur Stärkung der Gesundheitsämter vor

Coronavirus

Der öffentliche Gesundheitsdienst soll mittels eines 10-Punkte-Plans verstärkt werden. Das sei nötig, um auch auf steigende Infektionszahlen in der Corona-Krise vorbereitet zu sein.

Berlin

20.04.2020, 14:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einen 10-Punkte-Plan zur Verstärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes vorgestellt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einen 10-Punkte-Plan zur Verstärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes vorgestellt. © picture alliance/dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in groben Zügen einen 10-Punkte-Plan zur Verstärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes vorgestellt. „Es ist gelungen, die große Dynamik im Infektionsgeschehen zu reduzieren und in ein lineares Wachstum zu verwandeln“, sagte Spahn.

Man brauche aber zügig ein Bild über alle Infektionsketten, um sie unterbrechen zu können. Das funktioniere derzeit gut, müsse aber auch funktionieren, wenn die Zahlen möglicherweise wieder steigen. Und das müsse der öffentliche Gesundheitsdienst leisten können. Dafür gebe es zehn neue Punkte, die vor allem die personelle und digitale Ausstattung betreffen.

150.000 Euro pro Gesundheitsamt

Demnach sollen beispielsweise 20.000 Einwohner im Idealfall von fünf Mitarbeitern in den Gesundheitsämtern abgedeckt bzw. betreut werden. Dafür sollen auch weiterhin Studenten integriert und speziell geschult werden.

Zudem will der Bund ein Förderprogramm von 150.000 Euro pro Gesundheitsamt auflegen. Damit soll in digitale Infrastruktur und entsprechende Schulungen investiert werden. Es gehe vor allem um die Beschleunigung des Meldeweges, so Spahn. In einigen Bereichen werde etwa noch immer das Fax genutzt.

Mit der derzeitigen Größenordnung beim Infektionsgeschehen könne der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen - auch bei der Nachverfolgung. Das jedenfalls sei sein Eindruck, sagte Spahn.

Spahn: Keine Knappheit bei textilen Masken

Gleichwohl betonte er, dass die Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes die Grundvoraussetzung für weitere Maßnahmen zur Lockerung sei. Bei jedem weiteren Schritt brauche es Kontrolle über die Ausbreitung. Und jedes Land müsse bei jeder Einzelfallentscheidung zuvorderst im Blick haben, das Infektionsrisiko zu minimieren. „Ich habe den Eindruck, dass das schrittweise Vorgehen eine hohe Akzeptanz hat“, sagte Spahn weiter.

Zum Stand der Maskenbeschaffung erklärte Spahn, er sehe bei textilen Masken derzeit keine Knappheit. Er habe auch den Eindruck, dass immer mehr Menschen im Alltag Masken zum Schutz der anderen trügen.

Spahn will über Auslaufen der telefonischen Krankschreibungen reden

Nach massiver Kritik am Auslaufen der telefonischen Krankschreibungen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Gespräche darüber angekündigt. Der Minister verwies am Montag zwar darauf, dass die Entscheidung von der Selbstverwaltung von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen getroffen wurde. Dennoch werde man im Lichte der Debatte das Gespräch mit der Selbstverwaltung suchen.

In der Corona-Krise war die Möglichkeit eingeführt worden, sich bei Erkältungssymptomen telefonisch krankschreiben zu lassen. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und gesetzlichen Krankenkassen (G-BA) hatte dies am Freitag aber nicht mehr verlängert - gegen die Stimmen von Medizinern und Krankenhäusern. Arbeitnehmer, die sich wegen einer Erkältung krankschreiben lassen wollen, müssen dafür seit diesem Montag wieder beim Arzt vorsprechen.

Gesundheitspolitiker, Ärzteverbände, Gewerkschaften und Verbraucherschützer hatten das massiv kritisiert. Arbeitgeber hatten die Entscheidung, die Ausnahmeregelung auslaufen zu lassen, begrüßt. Der G-BA Vorsitzende Josef Hecken hatte den Schritt mit einer deutlichen Verlangsamung der Dynamik in der Corona-Krise begründet.

RND

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