Reisen in Zeiten des Coronavirus: Wichtige Hinweise für Urlauber

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Die Unsicherheit ist groß: Kann ich jetzt guten Gewissens in den Urlaub fahren? Was ist, wenn ich am Urlaubsort unter Quarantäne gestellt werde? Der Deutsche Reiseverband gibt Antworten.

Dortmund

, 28.02.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kerstin Heinen ist Pressesprecherin des Deutschen Reiseverbandes in Berlin, dem Spitzenverband der Deutschen Reisewirtschaft. Sie beantwortet die wichtigsten Fragen zu Reisen in Zeiten des Coronavirus.

Was ist, wenn in meinem Urlaubsgebiet das Coronavirus auftaucht und ich muss in Quarantäne?

Hier ist zu unterscheiden zwischen einer Individualreise und einer Pauschalreise. Habe ich induviduell Flug und Hotel einzeln gebucht, dann muss ich mich auch selbst vor Ort um Hotel und Rückflug kümmern und alle Kosten tragen.

Und bei einer Pauschalreise?

Da hat man gleich einen Ansprechpartner des Veranstalters vor Ort, der isch um alles kümmert. Das heißt: Wenn man etwa wegen einer Quarantäne einen anderen Rückflug baucht, bucht und zahlt der Veranstalter das. Bei einer Individualreise muss ich mich selbst kümmern und zahlen.

Was ist mit den Mehrkosten für das Hotel im Quarantänefall?

Das kann ich nicht sagen, da müssen Sie einen Reiserechtler fragen. (Anmerkung der Redaktion: Das hat das Redaktionsnetzwerk Deutschland getan und herausgefunden: Bei einer Pauschalreise bilden Beförderung, Verpflegung, Unterbringung und vieles mehr zusammen ein Paket, das zu einem Gesamtpreis angeboten wird. Reiserechtsanwalt Paul Degott sagt: „Die Kosten für den Aufenthalt übernimmt daher der Veranstalter.“ )

Was sollte ich tun, wenn ich in den nächsten Wochen einen Urlaub gebucht habe und unsicher bin?

Zunächst einmal sollte ich mich über die Lage im Zielgebiet meines Urlaubs informieren. Solange dort alles ruhig ist, kann ich beruhigt fahren. Wenn es dort aber zu vermehrten Coronavirus-Fällen kommt, sollte ich in meinem Reisebüro oder beim Veranstalter nachfragen. Da sich die Lage aber derzeit fast stündlich ändert, ist es aktuell noch nicht sinnvoll, etwa nach dem Osterurlaub zu fragen. Das liegt einfach noch zu weit in der Zukunft.

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Meldet sich der Veranstalter nicht selbst bei mir?

Wenn es kritisch wird, schon. Damit er das aber tun kann, sollte man unbedingt bei der Buchung schon seine Handynummer hinterlassen, damit der Veranstalter einen auch erreichen kann.

Woher weiß denn der Veranstalter, was sinnvoll ist und was nicht?

Der Deusche Reiseverband steht in engstem Austausch mit dem Auswärtigen Amt und das Auswärtige Amt wiederum in engstem Austausch mit dem Robert-Koch-Institut. Da ist man quasi minütlich über die aktuelle Lage in allen Ländern der Welt informiert.


Kann ich meine Reise problemlos umbuchen oder stornieren?

Wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausspricht, definitiv. Das ist aber die absolut höchste Warnstufe, dann werden sofort alle Reisen in dieses Gebiet abgesagt und Reisende auch zurückgeholt.

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Und bei einer geringeren Warnstufe?

Wenn es nur Sicherheitshinweise gibt - wie aktuell etwa für Thailand, Vietnam und Indonesien - haben viele Veranstalter in den vergangenen Tagen bereits ihre Stronierungs- und Umbuchungsbedingungen gelockert. Das ist aber unterschiedlich, da sollte man beim eigenen Veranstalter nachfragen.

Gibt es bereits eine Welle an Stornierungen und Umbuchungen?

Nein, bisher noch nicht. Es gibt aber sehr wohl vermehrte Anfragen in den Reisebüros und bei den Veranstaltern.

Und wie ist die Lage bei Neubuchungen?

Hier ist im Moment eine deutliche Zurückhaltung spürbar. Üblicherweise wird zu dieser Jahreszeit der Sommerurlaub gebucht. Da merken wir schon, dass viele noch abwarten. Wir sind aber zuversichtlich, dass sich das ganz schnell wieder legt, wenn sich die Lage entspannt. Denn der Urlaub ist den Deutschen noch wichtiger als das Auto.

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