Currywurst für Nokia

BOCHUM Spätestens seit der Kundgebung auf dem Riemker Marktplatz weiß die Nokia-Belegschaft, dass sie in ihrer Misere nicht alleine dasteht. Von allen Seiten gab es Solidaritätsbekundungen und gibt es noch.

von Von Sebastian Ritscher

, 06.02.2008, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Betriebsrat Wolfgang Siebert (l.) und Dieter Fleskes beim Solidaritäts-Essen.

Betriebsrat Wolfgang Siebert (l.) und Dieter Fleskes beim Solidaritäts-Essen.

Heute Mittag  machte sich Dieter Fleskes, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, mit Ratsmitgliedern daran, die Belegschaft kulinarisch zu unterstützen. Mit Currywurst und Frikadellen besuchten sie die Menschen im Soli-Zelt am Werkseingang. "Das sind die ersten, die uns warmes Essen mitgebracht haben", freute sich Wolfgang Siebert vom Betriebsrat.

Bittere Gespräche

Nicht nur warmes Essen hatten die Parteimitglieder dabei. Dazu gab es warme Worte und Interesse. "Wir haben uns verpflichtet, unsere Mittel einzusetzen und für den Erhalt des Werkes zu kämpfen", so Fleskes. Für wen sie eintreten, davon machten sich die Politiker in Gesprächen ein Bild. "Die Mitarbeiter haben uns deutlich gemacht, was das alles für sie bedeutet", denkt Fleskes unter anderem an Frauen, die sich und ihre Familie ernähren müssen. "Es ist bitter, wenn man solche einzelnen Gespräche hört." "Wir sind froh und dankbar für jeden Besuch", erklärt Siebert, "wir brauchen die Unterstützung."

Unterstützung

Unterstützung, die sich auch in den eigenen Reihen findet. Eigentlich hat Martina Stief zur Zeit Urlaub, war mittags aber trotzdem bei den Kollegen im Soli-Zelt. "Hier ist meine Hauptfamilie", erklärt sie, verbringt sie doch zur Zeit mehr Zeit am Werk, als mit der eigenen Familie. Aber schließlich macht ihr die Arbeit auch Spaß. Dass das nicht bei jedem so ist, ist ihr bewusst. "Bei vielen ist das Vertrauen einfach weg. Doch zumindest der Betriebsrat hat Vertrauen und Rückhalt im Werk. "Noch steht die Belegschaft hinter unseren Forderungen", so Wolfgang Siebert.