Dänemark soll NSA beim Bespitzeln von EU-Politikern geholfen haben

Überwachung

Der dänische Geheimdienst hat wohl der amerikanischen NSA dabei geholfen, europäische Spitzenpolitiker abzuhören. Auch Bundeskanzlerin Merkel gehörte zu dem Ziel der Bespitzelungen.

31.05.2021, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die dänische Regierung soll bei der Überwachung europäischer Nachbarländer durch den US-Geheimdienst geholfen haben.

Die dänische Regierung soll bei der Überwachung europäischer Nachbarländer durch den US-Geheimdienst geholfen haben. © AFP

Dass der US-Geheimdienst NSA viele Jahre deutsche Politiker ins Visier genommen hatte, ist seit Jahren bekannt. Doch nun kommen neue Details ans Licht. Nach Recherchen des Dänischen Rundfunks (DR), NDR, WDR, „Süddeutsche Zeitung“ und weiteren Medien soll Dänemark beim Bespitzeln geholfen haben. Neben Angela Merkel (CDU) und Frank-Walter Steinmeier (SPD) soll dabei auch Peer Steinbrück (SPD) zu den Bespitzelten gehören.

Wie es in dem Bericht heißt, soll der dänische Auslands- und Militärgeheimdienst Forsvarets Efterretningstjeneste der NSA die Nutzung einer geheimen Abhörstation in der Nähe von Kopenhagen ermöglicht haben. Dort befinde sich ein wichtiger Internetknotenpunkt verschiedener Unterseekabel, den die Nachrichtendienste angezapft haben sollen.

In dem Bericht heißt es weiter, die dänische Regierung soll spätestens 2015 von der Überwachung europäischer Nachbarländer gewusst haben. Damals sei der sogenannte Dunhammer-Report entstanden, ein geheimer Bericht, in dem Experten beschrieben hätten, wie weitgehend der dänische Geheimdienst mit der NSA kooperiert hatte.

Dabei soll die dänische Regierung offenbar auch erfahren haben, dass das Land dabei half, führende Politiker aus Schweden, Norwegen, den Niederlanden, Frankreich und auch Deutschland abzuhören.

Die Bundesregierung hatte laut dem Bericht von der Bespitzelung keine Ahnung. Ein Regierungssprecher sagte demnach auf Anfrage der beteiligten Medien: „Der Gegenstand Ihrer Recherche ist der Bundeskanzlerin durch Ihre Anfrage bekannt geworden.“ Darüber hinaus wolle man sich nicht äußern.

RND/das