Damit der Rheinische Esel nicht bockt

Fahrrädern Wege ebenen

Der "Rheinische Esel" ist kein störrisches Huftier, sondern ein Radweg, der bald bequem einmal quer durch Ruhrgebiet führen soll. Bis es soweit ist, muss ich aber noch einiges tun.

WITTEN

von Von Irene Steiner

, 16.06.2011 / Lesedauer: 3 min
Damit der Rheinische Esel nicht bockt

Der Europaradweg R1 führt durch fünf deutsche Bundesländer. Insgesamt ist er mehr als 3500 Kilometer lang. (Bild: ZB-Funkregio Ost)

„Im Herbst wollen wir den Rheinischen Esel reiten!“ sagt Andreas Müller (Foto) vom Planungsamt der Stadt Witten und lacht. Aber bis dahin muss noch das eine oder andere passieren, damit der Esel nicht bockt.  Denn dem Esel fehlen noch die letzten Striegelstriche. „Wir haben die Fahrbahnen und die Rampen ausgeschrieben und dabei festgestellt, dass wir doch gut geschätzt haben. Es gab keine bösen Überraschungen“, verkündet Andreas Müller eine weitere gute Nachricht. Das heißt: Für die ursprünglich geschätzten 1,2 Mio. Euro kann man tatsächlich den Esel in Trab setzen. Nun muss der Radweg nur noch mit dem innerstädtischen Wegenetz besser vernetzt werden als bisher. Zum Beispiel im Ledderken: „Hier ist ein größeres Bauwerk geplant“, so Planer Andreas Müller. An der Böschung, die von einem Parkplatz für das Marienkrankenhaus und der Straße begrenzt wird, soll eine Rampe gebaut werden, damit „man auf den Esel“ kommt. Angedacht ist auch ein Anschluss an die Radroute Industriekultur, die bis zum Schiffshebewerk in Castrop-Rauxel führt. „Das ist dann eine alltagsverkehrstaugliche Verbindung nach Norden“, so Müller. So eröffnet der Ausbau der ehemaligen Bahntrasse den Wittenern neue Wege ins Grüne: „Von der nördlichen Innenstadt aus gibt es nicht viele Möglichkeiten, zum Beispiel mit dem Kinderwagen ins Grüne zu gehen.“ Auch darüber hinaus sucht nach neuen Wegen. „Ich habe mit Vertretern des Kreises und der Städte Bochum und Dortmund zusammengesessen.“ Zwei „Eselsohren“ - das eine in Richtung Bochum, das andere in Richtung Dortmund, sollen den Rheinischen Esel nach Osten bzw. Westen erweitern. Entstehen könnte so eine komfortable Radverbindung zwischen Bochum, Witten und Dortmund. Doch bis es soweit ist, muss noch gearbeitet werden. Z. B. an den Brücken. „Die Bauwerke sind fertig, nun steht noch eine Beschriftung der Brücke über die A44 an“, so Andreas Pauly vom Tiefbauamt. Im Zuge der gerade stattfindenden Autobahn-Bauarbeiten wird nun die Brücke auch von außen mit Sandstrahl gereinigt und grundiert. Dann folgen eine Zwischenbeschichtung und eine Deckbeschichtung. In leuchtendem Blau. Und darauf wird dann in großen weißen Buchstaben „Rheinischer Esel“ geschrieben. Und für die Radfahrer, die über die Autobahn fahren, wird am Anfang und am Ende der Brücke das kleine Autobahnschild mit der Zahl 44 gemalt. Damit auch die wissen, über welche Autobahn der Esel trabt .