Damit die Pferde springen - Menschen des Springturniers

Menglinghauser Reitertage

MENGLINGHAUSEN Die Reitertage: An diesem Wochenende lenken 765 Reiter 1250 Pferde über den Parcour des Reit- und Fahrvereins Barop. 375 Vereinsmitglieder tragen dazu bei, dass alles klappt. Wir stellen sieben von ihnen vor und nennen die wichtigsten Infos.

von Von Tilman Abegg

, 10.09.2010, 15:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heinz Hugo Bergmann leitet das jährliche Turnier seit 1999: "Der Zeitplan ist dieses Mal wahnsinnig eng."

Heinz Hugo Bergmann leitet das jährliche Turnier seit 1999: "Der Zeitplan ist dieses Mal wahnsinnig eng."

Wenn die Hufe leicht einsinken und locker über die vordere Kante abrollen, hat er alles richtig gemacht: Wilhelm Große-Oetringhaus baut den Parcour. Stresan A heißt der Sand, eine Spezialmischung aus Ton und Lehm. Ist der zu trocken, wässert der 46-Jährige den Sand mit 10 000-Liter-Fass am Trecker. Die Hürden wartet er auch: Der größte „Oxer“ ist 1,40 m hoch und 1,60 m breit.

Zehn Prozent der Pferde untersucht Tierärztin Viktoria Haentjes: Gehört der Pferdepass diesem Pferd? Impfungen aktuell? Verletzungen sind selten, manchmal knickt ein Knöchel beim Sprung oder ein anderes Pferd tritt. Betäuben muss sie nie: „Pferde sind tapfer.“ Ob sie heute auf Doping testet, darf sie nicht verraten.

Wer, wann, wo – alle Fragen zum Ablauf beantwortet Helmi Bergmann. Von halb acht bis 19 Uhr sitzt sie im Container unter dem Turm der Wettkampfrichter, Listen auf Papier und auf dem Bildschirm. Wer startet, meldet sich vorher bei ihr – ohne sie betritt kein Huf den Stresan A. Ihre eigene Fuchsstute Lillebror besucht sie jeden Abend. Gesattelt hat sie Lillebror zuletzt vor einem Jahr – „sie ist 26, uralt.“ Ihr eigenes Alter behält sie für sich.

Vor drei Wochen hat Stefan Schwarz (38) das Championat des Kreisreiterverbands Dortmund gewonnen. In Menglinghausen reitet er acht Prüfungen. Schwarz hatte die Idee zum Zweikampfspringen: Immer zwei Reiter gleichzeitig auf demselben Parcour, der Schlechtere scheidet sofort aus (heute, 18.30 Uhr). „Das Duell ist Spaß. Beim schweren Springen am Sonntag will ich gewinnen.“ Vielleicht hilft sein Beruf: Schornsteinfeger.

850 Brötchen belegen Karin Glodde (41) und Susanne Thon (49) bis Sonntag Abend mit Käse oder Lachs. Und zwar frische: „Der Bäcker steht extra immer eine Stunde früher auf.“ 80 bis 90 Kuchen steuern Mitglieder und Freunde bei.

Im November hat Vorsitzender Heinz Hugo Bergmann (58, Helmis Bruder) den Turniertermin mit anderen Reitvereinen abgestimmt. Und seitdem organisiert: Richter, Parcourchef, Sanitäter engagiert, Sponsoren gesucht, Helfer eingeteilt, Straßensperren beantragt und Fehler beseitigt: „2009 haben wir vergessen den Tonleuten in der Halle zu zeigen, wie sie die Musik einspielen können. Jetzt wissen sie’s.“ Heute und morgen hat er keine festen Aufgaben. Nur eine: Alles muss klappen. Mit dem Fahrrad pendelt er zwischen Halle, Parcour, Richterturm und Parkplatz. Turnier-Infos: In diesem Jahr zeigt der Reit- und Fahrverein Barop zusätzlich zu den Dressur- und Springprüfungen zwei neue Prüfungsarten: -

: Am Samstagabend ab 20.30 Uhr. Jeweils zwei Reiter zeigen gemeinsam eine selbst gestaltete Dressurkür mit Musik. -

Am Samstagnachmittag ab 16 Uhr. 16 Reiter starten in Zweiergruppen gegeneinander gleichzeitig auf demselben Parcour. Nach jedem Lauf scheidet der Schlechtere aus (K.O.-System), bis sich im Finale die besten Zwei gegeneinander antreten. 

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