Darum gibt es jetzt doch einen Zaun in Nette

Kultur- und Bildungspark

Wie kann der zukünftige Kultur- und Bildungspark Nette vor Vandalismus geschützt werden? Sieben Jahre wurde darüber gestritten. Nun steht fest: Es wird ein 1,68 Meter hoher Stabgitterzaun errichtet. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Zaundebatte.

NETTE

, 16.03.2015, 16:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Schulhof der Albert-Schweitzer-Realschule als Teil des zukünftigen Kultur- und Bildungsparks wird bald durch einen Zaun vor Vandalismus geschützt.

Der Schulhof der Albert-Schweitzer-Realschule als Teil des zukünftigen Kultur- und Bildungsparks wird bald durch einen Zaun vor Vandalismus geschützt.

Warum hat man sich nicht sofort für einen Zaun entschieden, so wie es an vielen Schulen schon praktiziert wurde?

Auf dem Gelände des Schulzentrums an der Dörwerstraße soll ein Kultur- und Bildungspark entstehen. Dafür wurde ein Runder Tisch gegründet, der ein inhaltliches und gestalterisches Konzept für den Park entwickeln sollte. Viele Ideen wurden zusammengetragen. Doch in der Zaunfrage lagen die Positionen irgendwann so weit auseinander, dass lange Zeit kein Kompromiss gefunden werden konnte.

Wer vertrat welche Position?

Schüler und Lehrer der Albert-Schweitzer-Realschule und des Heinrich-Heine-Gymnasiums wollten für ihren Schulhof von Anfang an einen hohen Zaun und eine nächtliche Abschließbarkeit, um das Gelände vor Vandalismus zu schützen. Andere Einrichtungen - wie zum Beispiel die Falken - und die Bezirksvertretung Mengede hingegen sprachen sich gegen einen Zaun aus. Eines ihrer Hauptargumente: Der Zaun würde sich wie ein Sperrriegel zwischen Nord- und Südseite von Nette schieben und so Distanz und Ausgrenzung schaffen.

Was wollte die Politik?

Die Bezirksvertretung wollte den Park mit Hecken und Sträuchern einfrieden und komplett auf Tore und Drehkreuze verzichten. Ihr genügten Ge- und Verbotsschilder. Wichtig war für sie auch die "jederzeitige Passierbarkeit" des Geländes.

Warum hat sich die Politik nicht durchgesetzt?

Mit ihrem Beschluss ist die Bezirksvertretung auf großen Widerstand gestoßen. Vor allem bei den Schülern, die sogar Unterstützung bei Oberbürgermeister Ullrich Sierau suchten und fanden. Aber auch die Eltern und Fördervereine der Schulen protestierten. Es folgten etliche Gespräche und Ortstermine, bei denen sich Zaungegner und Zaunbefürworter immer mehr aufeinander zubewegten.

Wie sieht der gefundene Kompromiss nun genau aus?

Der erste Kompromiss sah abschließbare, elektrische Schiebetore und eine pflanzenbasierte Einfriedung vor. Eine Lösung, die Oberbürgermeister Sierau allerdings für keinen ausreichenden Schutz hielt. Deshalb, teilte er den Politikern Ende 2014 in einem Schreiben mit, seien dafür keine Gelder im städtischen Haushalt eingeplant. Das wiederum stellte die BV vor eine große Herausforderung. Denn allein die teuren Schiebetore hätten einen Großteil des Budgets verschlungen.

Die verschließbaren Schiebetore, die zwischen Kirche und Realschule sowie westlich des Parkplatzes vorgesehen waren, werden nun durch kostengünstigere Drehflügeltore ersetzt. Und zum Schutz vor Vandalismusschäden wird ein 1,68 Meter hoher Stabgitterzaun (1,60 Meter plus rund 8 Zentimeter Abstand zum Fundament) errichtet. Dafür hat die BV in ihrer März-Sitzung 2015 einen neuen Beschluss gefasst und ihren alten Beschluss vom 5. Februar 2014 aufgehoben.

Was haben die Bezirksvertreter noch beschlossen?

  • Der Zaun entlang des Grünstreifens zwischen Schulhof (Realschule) und Parkplatz soll aufgrund der vielen Wurzeln an der unmittelbaren Kante zum Schulhof verlaufen.
  • Bei der Gestaltung der Zaunelemente sollen die Vorstellungen der Schulen, der Anwohner sowie des zukünftigen Vereins Kultur- und Bildungspark möglichst berücksichtigt werden.
  • Unabhängig von den noch festzulegenden Schließzeiten bleibt die „jederzeitige Passierbarkeit von Norden nach Süden gewährleistet“, indem die Wegverbindung links neben der Kirche zwischen Dörwer- und Neumarktstraße nicht mit eingezäunt wird.
  • Neben der geplanten Erneuerung der Außenbeleuchtung wird eine mobile, computergesteuerte Laseranlage für 3800 Euro angeschafft.

Wie geht es nun weiter?

Die Verwaltung soll nun Vorschläge zur inhaltlichen Gestaltung des Geländes sowie des näheren Umfelds entwickeln. Am 20. April findet außerdem die Gründungsversammlung für den Verein „Kultur- und Bildungspark“ statt. Der Verein wird sich um Veranstaltungen im Park kümmern, während Zaun und Gestaltung nur Randthemen sein sollen. Wegen der Zaundebatte sind viele Projekte und Ideen auf der Strecke geblieben. Auch viele Sponsorengelder sind noch nicht geflossen, weil der Schutz vor Vandalismus fehlte.

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