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Darum ist die Mengeder Politik vom Nordwärts-Projekt enttäuscht

In der Bezirksvertretung

Mit 87 Vorhaben geht das viel gelobte „Nordwärts“-Projekt Anfang 2016 an den Start, 17 davon im Stadtbezirk Mengede. Was auf dem ersten Blick gar nicht schlecht klingt - die Mengeder Politiker sind aber trotzdem alles andere als begeistert. Wir geben einen großen Überblick über alle geplanten Projekte - und die Kritik an ihnen.

MENGEDE

, 03.12.2015 / Lesedauer: 3 min
Darum ist die Mengeder Politik vom Nordwärts-Projekt enttäuscht

Die Weiterentwicklung des ehemaligen Nickel + Eggeling-Geländes gehört nach Meinung der Bezirksvertretung Mengede unbedingt in die erste Phase des Nordwärts-Projekts.

Zu schwammig, unvollständig, am Bürger und der Bezirksvertretung vorbei geplant: Auf diesen Nenner lässt sich die Kritik der Bezirksvertretung Mengede an der Projektauswahl für das "Nordwärts"-Projekt zusammenfassen.

Das sind die 17 Mengeder Projekte der so genannten ersten Projektgeneration:

  • Soziale Stadt Westerfilde/Bodelschwingh: Gestaltung wohnungsnaher öffentlicher Freiräume;
  • Hof Emschertal;
  • Weiterentwicklung des Stadtbezirks Mengede in den Bereichen Kultur, Freizeit und Tourismus;
  • Better Dortmund - Beteiligungsbasiertes Transformationsmanagement zur Entwicklung urbaner Räume am Beispiel eines Urban Sustainable District in Dortmund;
  • Innenentwicklung der Hansemannsiedlung in Mengede für bezahlbaren Wohnraum;
  • Gleiskreuzung Stadtbahn/DB-GZ-Strecke (Nette);
  • Quartiersentwicklung Hansemannsiedlung;
  • Quartiersentwicklung Westerfilde;
  • Kinder haben Rechte - Kinderrechte sichtbar machen - Boulevard der Kinderrechte in Nette;
  • Return-Westerfilde;
  • Kultur- und Bildungspark Nette;
  • Familien-Treff im Aktionsraum Westerfilde/Bodelschwingh;
  • Weiterentwicklung Betriebswerk Mooskamp;
  • Modellprojekt "Qualitätsentwicklung Jugendhilfedienst";
  • Integriertes Handlungskonzept Westerfilde/Bodelschwingh;
  • Quartiersentwicklung Mengede;
  • Hilfe wenn es brennt! - Soziales Kompetenztraining und Integrationshilfen.

Die Kritik der Bezirksvertretung an der ersten Projektgeneration:

In der Auflistung fehlen viele wichtige Projekte, die auch in der so genannten zweiten und dritten Projektgeneration keine Berücksichtigung gefunden haben. „Vieles, was die Bezirksvertretung und Bürger während der Auftaktveranstaltung genannt haben, ist verschwunden“, erklärt Grünen-Fraktionssprecherin Isabella Knappmann. Als Beispiel nennt Detlef Adam (SPD) die Entwicklung des ehemaligen Nickel & Eggeling-Geländes (N&E) in Mengede und der Buriad-Siedlung in Nette. CDU-Sprecher Joachim Farnung fehlt außerdem die Berücksichtigung konkreter Radwege, Straßen und Sportplätze. Die Formulierung "Weiterentwicklung des Stadtbezirks Mengede in den Bereichen Kultur, Freizeit und Tourismus" sei viel zu ungenau.

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Die BV meint zudem, dass vor allem Projekte mit Erfolgsaussichten berücksichtigt wurden, heikle und schwierige Herausforderungen hingegen lieber nicht angepackt würden. Außerdem ginge es wohl darum, für laufende Projekte weitere Fördertöpfe finden zu müssen.

Das sind die Mengeder Projekte der zweiten Projektgeneration (inhaltliche Weiterentwicklung 2016 und 2017):

  • Waldspielplatz Mengede;
  • Gesellschaftslabor Energiewende Nordwärts

Die Kritik der Bezirksvertretung an der zweiten Projektgeneration:

Die zweite Projektgeneration stellt die größte Enttäuschung dar. Angesichts der wachsenden Probleme und Baustellen im Stadtbezirk Mengede und mit Blick auf die zahlreichen Wünsche der Bürger und auch der Bezirksvertretung seien das „viel zu wenige“, stellt SPD-Sprecherin Gudrun Feldmann klar.

Das sind die Mengeder Projekte der dritten Projektgeneration ("Nordwärts 2025"):

  • Hafen Achenbach - Freizeitgewerbe;
  • Vision: Mengeder Meer;
  • Entwicklung des ehemaligen Kraftwerks Knepper in Mengede zu einem interkommunalen Gewerbegebiet;
  • Kanalbrücke Schwieringhauser Straße;
  • Ehemalige Bahntrasse Achenbach;
  • Weiterentwicklung der Wirtschaftsflächenreserve Groppenbruch;

Die Kritik der Bezirksvertretung an der dritten Projektgeneration:

Mit der Geschosswohnungsbau an der Waltroper Straße und der Weiterentwicklung der Wirtschaftsflächenreserve Groppenbruch enthält die Auflistung unerwünschte Projekte: „Das wollen wir beides nicht“, stellt CDU-Sprecher Joachim Farnung klar, der sich besonders darüber ärgert, dass man wieder durch die Hintertür versuche, aus dem Naturschutzgebiet Groppenbruch ein interkommunales Gewerbegebiet zu machen.

Weitere Kritik: Mehrheitlich bereits laufende Projekte mit Erfolgsaussichten.

Das fordert die Bezirksvertretung Mengede:

Die SPD-Fraktion hat einen Antrag mit Änderungs- und Ergänzungswünschen formuliert, für den die Bezirksvertretung einstimmig votierte: 1. Innenentwicklung Hansemannsiedlung mit Vorschaltung der Wodan-/Eugen-Richter-Straße; 2. Ausdehnung der Quartiersentwicklung Hansemannsiedlung auf die Buriadsiedlung; 3. Schaffung von PKW-Stellplätzen bei der Weiterentwicklung des Betriebswerks Mooskamp; 4. Entwicklung Nickel & Eggeling; 5. Erhalt des alten Forsthauses im Rahmer/Westerfilder Wald. Ergänzt wurde der Antrag um die Forderung nach einem Mitwirkungs- und Beteiligungsrecht der BV bei der Umsetzung aller Nordwärts-Projekte. Für diesen Antrag votierten die Bezirksvertreter einstimmig.

So fiel das Votum für den ersten städtischen Sachstandsbericht "Nordwärts" aus:

Die CDU-Fraktion in der BV Mengede sagte im Gegensatz zu den anderen Fraktionen „nein“ zu einer Empfehlung.

Das Projekt Nordwärts soll neue Entwicklungspotenziale für die nördlichen Stadtteile schaffen.

Der Ratsbeschluss zum ersten Sachstandsbericht soll am Donnerstag (10. 12.) erfolgen.