Darum war die Polizei erst nach 70 Minuten am Sportplatz

Verwirrter Mann in Lütgendortmund

Als ein verwirrter Mann am Mittwochabend auf dem Sportplatz Idastraße Kinder und ihre Eltern belästigte, brauchte die Polizei 70 Minuten, bis sie vor Ort war. Der Einsatz endete mit zwei verletzten Polizisten und einem Schuss in das Bein des verwirrten 39-Jährigen. Warum dauerte es so lange, bis die Polizei anrückte? Wir haben nachgefragt.

LÜTGENDORTMUND

, 08.04.2017, 02:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Darum war die Polizei erst nach 70 Minuten am Sportplatz

Vom Sportplatz Idastraße zog der Randalierer zu diesem Hinterhof am Lütgendortmunder Hellweg. Hier wurde er in einem Garten angeschossen.

Mehrere Zeugen wählten ab 17.39 Uhr den Polizei-Notruf 110 und berichteten von dem verwirrt wirkenden Mann – das erste Streifenteam kam jedoch erst nach 70 Minuten an. Ein Sprecher der Polizei begründete den Zeitverzug mit den Prioritäten, die von der Leitstelle vergeben werden.

Zeitgleich sei viel zu tun gewesen, sagte er. Weil keiner der Anrufer eine Bedrohung gemeldet hatte, sondern stets von einer „Belästigung“ die Rede war, habe der Einsatz an der Idastraße nicht die höchste Priorität erhalten. Der Polizeisprecher: „Wir haben die Gesprächsaufzeichnungen abgehört. Uns wurde nur eine Belästigung geschildert.“

Kinder waren sicher

Dieter Pohl, der erste Vorsitzende der SG Lütgendortmund, sagte, dass für die trainierenden Kinder und andere Sportplatz-Besucher keine Gefahr bestanden habe. Gewalttätig reagierte der 39-Jährige erst, als er die Polizisten gesehen hatte. Das erste Streifenteam verletzte er schwer. Dieter Pohl: „Der hatte ungeheure Kräfte. Mit dem wäre keiner so leicht fertig geworden.“

Zur Verstärkung gerufene Polizisten stellten den geflüchteten Angreifer 150 Meter vom Fußballplatz entfernt in einem Garten. Gegen 19 Uhr fielen dort Warnschüsse. Mit einem Beinschuss stoppten Polizisten den Angreifer.

Die Staatsanwaltschaft prüft, ob die Polizisten aus Notwehr gehandelt haben. Gegen den 39-Jährigen ermittelt die Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstands.

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