Das Aluwerk Unna sucht 134 neue Mitarbeiter

rnAkute Personalnot

Der Konflikt zwischen dem Aluwerk und der Leiharbeitsfirma der Wiese-Gruppe spitzt sich zu. Das Werk hat die Verträge fristlos gekündigt, will nun die eigene Stammbelegschaft aufstocken.

Unna

, 19.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Es wäre die größte Einstellungswelle in der 104-jährigen Unternehmensgeschichte: 134 Mitarbeiter werden für einen kurzfristigen Eintritt in das Unternehmen gesucht. Mit der Aufstockung der Stammbelegschaft will das Aluwerk den Ausfall der Leiharbeiter ausgleichen, die bislang von einer Tochtergesellschaft der Familie Wiese GmbH gestellt wurden.

Zwischen dem Aluwerk und der W.B. Metallverarbeitung Service GmbH besteht ein Streit um gezahlte beziehungsweise zu zahlende Gelder. Am Freitag vergangener Woche untersagte die W.B. ihrer Belegschaft, im Aluwerk weiterhin tätig zu werden. Das Aluwerk reagierte nun seinerseits mit einer fristlosen Kündigung des Vertrags mit der W.B. Metallverarbeitung Service GmbH. Auch die Aktiengesellschaft untersagt den Mitarbeitern nun, in ihrem Werk zu arbeiten - aus rechtlichen Gründen. Mit der Arbeitsleistung der Leiharbeiter war das Aluwerk offenbar zufrieden. „Das sind gut eingearbeitete und engagierte Leute“, erklärte Aluwerk-Vorstand Volker Findeisen im Gespräch mit unserer Redaktion.

Für das Aluwerk bedeutet der Bruch der Zusammenarbeit mit „W.B.“ allerdings auch den Verlust eines bedeutenden Arbeitskräftekontingentes. Die 255-köpfige Stammbelegschaft muss die Arbeit im Werk nun vorerst allein leisten. Eine direkte Übernahme von W.B.-Personal in die Stammbelegschaft des Aluwerkes war von der bisher geltenden Vertragsvereinbarung der Unternehmen ausgeschlossen worden. Möglich wäre dagegen eine Anstellung von ehemaligem W.B.-Personal.

Für das Aluwerk ist die Situation schwierig. Um die Arbeitskraft der bislang ausgeliehenen Kollegen zu ersetzen, müsste das Werk die eigene Stammbelegschaft um gut 50 Prozent vergrößern – und zwar möglichst schnell. Die gut eingearbeiteten W.B.-Leute dürften von ihren Fähigkeiten her eine gute Wahl sein. Offen ist jedoch die Frage, wie schnell sie für einen Eintritt ins Aluwerk freigesetzt werden können.

Die nahenden Feiertage nehmen möglicherweise etwas Druck aus der Situation. Außerhalb von Ferienzeiten beliefert das Aluwerk viele Kunden nach dem Prinzip „just in time“, also „gerade eben rechtzeitig“. Das Material soll beim Kunden nicht erst zwischengelagert werden, sondern geht direkt in die Produktion. Derart eng getaktete Lieferketten können Ressourcen sparen, sind aber auch störanfällig, wenn es irgendwo hakt. Kurz vor Weihnachten würde im Werk allerdings tatsächlich ein wenig auf Vorrat produziert, wenn denn die gewohnten Ressourcen verfügbar wären. „Unsere eigenen Leute zeigen eine wahnsinnige Einsatzbereitschaft, um die Produktion am Laufen zu halten, aber natürlich fehlen uns gerade Leute. Ab 2. Januar würden wir gerne wieder Vollgas geben“, so Findeisen.