Das Froschloch feiert 90 Jahre voller Geschichte

1927 eröffnet

Da will man direkt reinspringen: Mitten im Grünen liegt das Naturbad Froschloch. 90 Jahre wird es im Juni alt, doch dank eine Komplettumbaus ist von seinem alter nichts zu spüren. Ein Rückblick auf die Geschichte des einzigen Dortmunder Naturbads.

HOMBRUCH

, 30.05.2017, 15:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 90 Jahren gibt es das Naturbad Froschloch diesen Juni. Seit welchem Tag genau, das kann Betriebsleiter Michael Dominik nicht mehr sagen. Fest steht aber: am 10. Juni (Samstag) wird gefeiert. 

1927, im Juni vor bald 90 Jahren, wurde das erste Bad an der Löttringhauser Straße 103 eröffnet. Und die Badegäste badeten im Flusswasser des Kirchhörder Bachs. Denn: Über einen Schieber wurde das Wasser aus dem Fluss,der direkt links neben dem Becken verlief, eingelassen. Und am anderen Ende wieder herausgelassen. Und hat das Flusswasser im Sommer nicht gereicht, wurde mit städtischem Wasser aufgefüllt.

Durch Bombe zerstört

Eine Fliegerbombe, vermutlich abgeworfen als Ballast von den Alliierten auf ihrem Rückflug nach Großbritannien während des zweiten Weltkrieges, sei in dem 75 Meter langen Becken des Froschlochs explodiert, sagt Dominik. Und habe das Becken zerstört. Und trotzdem sind es heute noch drei genau dieser Wände, die die 1000 Kubikmeter Wasser im Hauptbecken an Ort und Stelle halten.

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Ein Besuch im Froschloch

Das Froschloch ist Dortmunds einziges Naturbad. Jetzt wird es 90 Jahre alt, es sieht aber längst nicht mehr so aus wie früher. Wir haben einen Rundgang gemacht.
30.05.2017
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Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper
Große Liegeflächen und natürlich gereinigtes Wasser: das Freibad Froschloch.© Foto: Oliver Schaper

Denn obwohl das Bad in den 1950er Jahren aufgrund der schweren Kriegsschäden renoviert werden musste, eine Umwälzanlage installiert wurde und es zu einem mit Chlor gereinigten Bad wurde, waren die Wände noch in gutem Zustand. 2008 dann, nach drei Machbarkeitsstudien, folgte der Umbau zu Dortmunds bis dato einzigem Naturbad.

Jahrhundertflut

Aber der Umbau war nicht ganz freiwillig: „Das Bad war abgängig, Metallrohre waren gerissen und seit den 50er Jahren war auch nichts mehr verändert worden“, sagt Dominik. Eine herkömmliche Sanierung hätte keinen Sinn gemacht. „Die Jahrhundertflut 2008 hat das Bad sehr getroffen“, erklärt Dominik.

Am 26. Juli 2008 hatten innerhalb von fünf Stunden mehrere hundert Liter Wasser pro Quadratmeter Teile von Dortmund überschwemmt. So auch das Froschloch. 2010 dann die Eröffnung. So wurde aus herkömmlich Natur. Aus 75 Metern Beckenlänge 50. Aus Fluss und Stadtwasser Brunnenwasser. Und aus der Chloranlage ein Schotterfeld mit mineralisiertem Vulkangestein, durch das das Beckenwasser sickert und Bakterien abfängt.

Aber so ganz ohne Bakterien geht es doch nicht. Deshalb gebe es eine leichte Algenbildung auf dem Wasser und auf den Wegen werde es auch schonmal leicht rutschig, sagt Dominik. Natur eben. Und das nach nunmehr 90 Jahren.

Los geht es am 10. Juni um 10 Uhr. Der DLRG gibt Tauch- und Rettungsvorführungen zum Besten. Mit Live-Musik wird für die musikalische Begleitung gesorgt. Für Kinder gibt es eine Hüpfburg. Die Künstlerin Christiane Köhne liest aus dem Froschkönig und spielt auf der Harfe. Seit Montag (29. Mai) ist das Froschloch, Löttringhauser Straße 103, nur aus Richtung Süden mit dem PKW zu erreichen.