Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

"Das Gesetz der Familie" am Rande der Gesellschaft

Neu im Kino

Mit „Das Gesetz der Familie“ legt Regisseur Adam Smith eine Milieustudie vor, die atmosphärisch dicht von einem Vater-Sohn-Konflikt erzählt, und vom Leben am Rande der Gesellschaft. Die Cutlers wirken wie Gesetzlose aus alten Räuberpistolen, wenn sie malerisch am Feuer hocken und der Opa den Enkeln Geschichten auftischt.

01.08.2017 / Lesedauer: 2 min
"Das Gesetz der Familie" am Rande der Gesellschaft

Komm mal her, mein Sohn: Chad Cutler (Michael Fassbender, l.) und sein Vater Colby (Brendan Gleeson).

„Früher oder später müssen wir alle ins Kittchen. Ich habe auch schon gesessen. Polizisten sind Hornochsen, einen Cutler werden sie nicht kleinkriegen.“ In diesem Geist herrscht der alte Colby (Brendan Gleeson) über seine Sippe. Sein Wort gilt.

Hellhörig wird er, als er merkt, dass sein Sohn Chad (Michael Fassbender) für Frau und Kinder Pläne schmiedet. Er will das Vagabundendasein aufgeben und sesshaft werden, die Kinder sollen zur Schule gehen. Chad selbst ist Analphabet, weil sein Vater auf Bildung pfeift.

Polizei machtlos gegen Gesetze der Familie

Die Cutlers sind ein Clan für sich. Sie leben sie im Wohnwagen-Lager, Familie geht über alles. Der alte Colby ist ihr Patron. Er heckt Diebes-Touren aus, für die die Cutlers berüchtigt sind, Blitz-Aktionen, wo sie mit dem Wagen in ein Herrenhaus brettern und ruckzuck verschwinden.

Die Polizei weiß, was die Cutlers auf dem Kerbholz haben, muss Colbys Sohn Chad mangels Beweisen aber laufen lassen.

Drama abseits der Biedermann-Straße

„Das Gesetz der Familie“ besticht als Schauspielerkino. Brendan Gleeson imponiert allein schon in seiner Körperlichkeit, wenn er wie ein Buddha vor dem Wohnwagen thront. Tragender Darsteller ist aber Michael Fassbender, der sich jede Rolle zu eigen macht, hier die des ruppigen Proleten und besorgten Familienmenschen.

Das Drama zwischen Colby und Chad wird nicht ganz ausbuchstabiert, am Ende sogar geglättet. Was der Film gut einfängt, ist das Flair des wilden, freien Lebens: Ein Cutler fährt querfeldein, nicht auf der Biedermann-Straße. Jede Verfolgungsjagd mit der Polizei ist ein kleiner Triumph der Anarchie. Lustig ist das Zigeunerleben!