Das Labyrinth der Spiegel

Andrea Camilleri

Nach 22 Dienstjahren in den Krimis des italienischen Bestseller-Autors Andrea Camilleri wird Commissario Salvo Montalbano in seinem 18. Fall im "Labyrinth der Spiegel" waghalsig. Erst wird er verfolgt, dann stößt er andauernd auf falsche Fährten und schließlich gerät der sizilianische Ermittler selbst in große Gefahr.

14.05.2016, 11:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Geschrieben hat der 90-jährige Camilleri den Roman schon vor fünf Jahren; jetzt ist er auf Deutsch erschienen. So, wie Montalbano die Dinge bei seinen Ermittlungen sieht, erinnert ihn das an das mörderische Labyrinth im Film "Die Lady von Shanghai" von Orson Welles. Dort laufen die beiden Hauptfiguren durch ein Spiegelkabinett, und niemand kann unterscheiden, welches die echten Menschen und welches ihre Spiegelbilder sind.

Verführung

In ein Spiel mit Täuschungen verwickelt der große italienische Erzähler seinen Kommissar. Irgendeiner spielt dem Ermittler da wohl ständig falsche Anhaltspunkte zu. Komisch ist auch, dass Montalbanos ständig seine neue Nachbarin Liliana über den Weg läuft. Schließlich wird sogar auf Montalbanos Auto geschossen - aber so aus dem Hinterhalt, dass der Kommissar es zunächst gar nicht bemerkt.

Zwei Geschichten verwebt Camilleri geschickt miteinander: die Ermittlungen in einem Bombenattentat mit einer Drogen- und Mafia-Geschichte sowie die der Verführungen der schönen Liliana.

Kommissar ein wenig amtsmüde

Und am Schluss fügen sich beide Handlungsstränge sehr schlüssig, aber doch überraschend ineinander, als Montalbano erfährt, wer Lilianas Geliebter wirklich ist.

Den Lesern macht Camilleri es diesmal etwas schwer: Die werden auch wie in einem Spiegellabyrinth immer wieder getäuscht.

Und Kommissar Montalbano, ohnehin ein launischer, leicht reizbarer und stark wetterfühliger Mensch, scheint in diesem Krimi ein wenig amtsmüde geworden zu sein. Dennoch dürfen sich Camilleri-Fans freuen: Fünf neue Bücher liegen schon beim Übersetzer.

 

Andrea Camilleri: Das Labyrinth der Spiegel, 272 S., Bastei Lübbe, 22 Euro, ISBN 978-3-7857-2564-1.